A Travellerspoint blog

Und noch ein Wort zur Reise

sunny 25 °C

Die Flusskreuzfahrt von Amsterdam nach Wien war eine der abwechslungsreichsten Flusskreuzfahrten, die ich bis jetzt gemacht habe. Viele der schönsten Städte Deutschlands liegen an den Ufern der befahrenen Flüsse. Da wir auf unserer Reise 76 Schleusen durchfahren haben, wurde dem nautischen Personal und auch uns nie langweilig. Auch war es ein Spektakel unter die vielen niedrigen Brücken hindurchzufahren. Einziges Manko dabei war natürlich, dass das Sonnendeck trotz Schönwetters die meiste Zeit abgebaut war. Da es auch sonst kein Promenadendeck oder Fitnessraum gab, herrschte an Bord akuter Bewegungsmangel. Dieser fehlte uns vor allem nach den ausgiebigen Mahlzeiten.

Zweites Manko war, dass die Kreuzfahrtleitung über die Sehenswürdigkeiten, die an den Flüssen lagen, nicht, nicht rechtzeitig oder falsche Auskünfte gab. Von unseren anderen Flusskreuzfahrten sind wir anderes gewöhnt. Auch bei der Ausschiffung bei den diversen Landgängen herrschte meist Chaos, das sich mit Fortdauer der Reise noch verstärkte. Besonders an der Rezeption waren alle Bediensteten sehr höflich und hilfsbereit und man konnte sich mit ihnen gut auf Deutsch verständigen. Auch das sonstige Personal kann man nur mit Lob erwähnen – bis auf die Küche. Die haben natürlich wieder viel zu gut gekocht und wir reichlich zugelangt, was mit Gewichtszunahme verbunden war.

Das Schiff selbst war sehr gepflegt. Die Kabine war relativ groß und man hatte vor allem auch genügend Stauraum. Was uns aber am meisten überraschte, war das großzügige Badezimmer. Die Dusche war übergroß und durch eine Duschwand vom restlichen Badezimmer getrennt. So gab es keine Überschwemmungen und keinen am Körper festklebenden Duschvorhang. Ebenso überraschte uns die Größe der Panorama Bar. Hier fand wirklich jeder Passagier bei diversen Veranstaltungen einen Sitzplatz, was auf anderen Schiffen nicht immer möglich ist. Allerdings waren die Sessel in unserem „Krähennest“ viel zu bequem. Deshalb mussten wir auf dieser Reise viel Zeit in der Bar mit der herrlichsten Aussicht verbringen. Auch die Preise der Getränke, die dort serviert wurden, war nicht übertrieben hoch. Das System mit der Getränkescheckkarte fand ich angenehm. Die Bordrechnung konnte man am Ende der Reise mit Kreditkarte bezahlen.

Da die Höchstkapazität der MS Nestroy 220 Passagiere beträgt, kennt man mit der Zeit fast alle Gesichter. Im Speisesaal gab es Vierer und Sechser Tische mit angenehmer Bestuhlung. Wir hatten großes Glück, unseren Tisch mit sehr netten Tischnachbarn zu teilen, was natürlich auch zum Gelingen der Reise beitrug.

Am meisten freut es mich aber, dass ich die Reise mit meiner 82-jährigen Mutter unternehmen konnte. Wir haben alle Ausflüge mit ihr mitgemacht und vor allem die Städte mit den schönen Fachwerkbauten und prunkvoll ausgestatteten Kirchen genossen. Ich danke ihr sehr für die wunderschönen, gemeinsamen Erinnerungen die wir gesammelt haben. Das ist ein Geschenk, das uns keiner mehr nehmen kann. Und nachdem sie zu Hause so begeistert allen von unserer Reise erzählt hat, muss ich annehmen, dass es auch ihr gut gefallen hat.
Ich glaube, sie ist auf den Geschmack gekommen. Deshalb drohe ich ihr jetzt schon: „Das war nicht unsere letzte gemeinsame Flusskreuzfahrt“!

Posted by fegoesrhein 05:55 Archived in Austria

Tag 12

Hafen unter der Brücke - Wien Nussdorf

sunny 22 °C

Am letzten Tag unserer Flusskreuzfahrt klingelte unser Wecker früh. Gut, dass wir gestern schon fast alles in die Koffer gepackt hatten. Meinen hatte ich schon mit dem Koffergurt versehen. Meinen Pyjama und mein Waschzeug würde ich noch im Rucksack unterbringen. Mehr lag nicht mehr herum als unsere Jacken. Um 07:00 Uhr mussten die Koffer schon vor der Kabinentür zur Abholung bereitgestellt werden. So gingen wir auch schon früh zum Frühstück. Danach hatten wir ja noch die Möglichkeit, dem Schiff beim Ansteuern auf Wien zuzusehen. Das Sonnendeck war geöffnet.

Ich war neugierig, ob Wien vom Wasser aus auf dieser Seite schöner war. Denn unsere Anreise vom Osten her kommend, war eher nichtssagend und darüber hatte ich dem Bürgermeister der Stadt Wien, Herrn Häuptl, ausführlich in einem Mail berichtet und sogar von seinem Sekretariat Antwort erhalten. Die Verbesserungsmaßnahmen würden dauern, aber man wisse, dass die Schiffsanleger in Wien nicht sehr einladend seien. Wenigsten war der Himmel blau. Als ich die Kirche des Stiftes Klosterneuburg sah, wusste ich, dass der Schiffsanleger Nußdorf nicht mehr weit entfernt sein konnte, denn von dort aus sah man genau auf die Klosteranlage zurück. Kleine Weingärten bewuchsen die Hänge des 425 m hohen Leopoldsberges, der der nordöstlichste Ausläufer des Wienerwaldes ist. Immerhin liegen 678,3 Hektar Weingärten innerhalb der Stadtgrenzen und machen somit Wien zur Wein-Hauptstadt.

Weingärten am Leopoldsberg

Weingärten am Leopoldsberg

Am Kai herrschte schon reges Treiben. Ein Ausflugsboot lag noch vor Anker, das an diesem schönen Samstag darauf wartete, all seine Sitzplätze zu füllen, bevor es endlich ablegen und uns Platz machen würde. Dann war es endlich soweit. Unser Schiff konnten am Anleger festgemacht werden. Wir lagen wieder unter der Autobahnbrücke, jedoch mit dem Unterschied, dass wir heute nicht unter der Brücke übernachten würden.

Schiffsanleger Nußdorf unter der Autobahnbrücke

Schiffsanleger Nußdorf unter der Autobahnbrücke

Die Zeit des Abschiednehmens war gekommen. Nochmals mussten wir Stefi und Joschi in die Arme nehmen. Unsere Tischnachbarn hatten wir richtig liebgewonnen. Ihre Familie stand schon am Kai, um sie abzuholen. Da wir hofften, dass unser Taxi bald vorfahren würde, begaben wir uns zur Rezeption. Die Koffer standen noch immer vor den Kabinentüren. Jetzt erst begann die gesamte Mannschaft die Koffer von allen Richtungen her zum Ausgang zu bringen. Bevor nicht alle Koffer am Kai standen, wurde das Schiff nicht freigegeben. Dennoch schafften wir es als einer der Ersten das Schiff zu verlassen. Viel Zeit blieb uns nämlich nicht, bis zur Abfahrt unseres Zuges.

Abschied von Stefi und Joschi

Abschied von Stefi und Joschi

Es dürfen nämlich auf ein Mal nur zwei Taxis vor das Schiff vorfahren, denn es gab nicht viel Platz. Deshalb wurden viele Taxis schon beim Donau Fritzi abgefangen. Da fast alle Passagiere schon weg waren, versuchte ich nochmals Lila zu erreichen, dass sie Nachschau hielt, wo unser Taxi blieb. Es ging aber den anderen, die ein Taxi hierhin bestellt hatten, nicht besser. Eines wusste ich ganz genau: Wenn ich wieder einmal von Nußdorf abfahren oder ankommen sollte und das Wetter schön wäre, dann gibt es nur eines – ein zehnminütiger Fußmarsch zur Straßenbahnhaltestelle Nußdorf-Bahnhof und von dort aus mit der Linie D zum Hauptbahnhof. Das war sicher nervensparender.

Aber schließlich konnten auch wir ein Taxi ergattern. Ich sagte dem jungen Mann, dass ich zum Bahnhof Wien-Meidling wollte, da der laut Router näher lag und die Zugsabfahrt von dort etwas später wäre. So fuhren wir mit dem ständig Blödsinn redenden Mann aus dem Morgenland durch die Wiener Innenstadt. Auf einmal sah ich das Schloss Belvedere und da wusste ich, dass wir in der Nähe des Hauptbahnhofes waren. Ich sagte den Fahrer, dass wir gleich am Hauptbahnhof aussteigen würden und dass er nicht mehr zum Bahnhof-Meidling fahren müsste. Entweder hat er mich falsch verstanden oder er hatte sowieso eine längere Strecke genommen. So endete unsere Fahrt nach 23 Minuten vor dem neuen Wiener Hauptbahnhof, wo unsere Reise in Wien auch begonnen hatte.

Schnell kauften wir uns in der Bäckerei noch etwas zu Essen und zum Trinken, bevor wir Richtung Bahnsteig gingen. Wir fahren mit dem Zug nach Kärnten, denn auf Wasserwegen schaffen wir es nicht. Dreieinhalb Stunden trennten uns noch von St. Veit, wo uns Kathrin abholen würde. Auf den Bergen rund um den Semmering lag noch Schnee, die Überreste des Kälteeinbruchs während unserer Abwesenheit. In Kärnten wurden wir von einem blauen Himmel und einem blauen Auto empfangen. Kathrin brachte uns nach Hause. Es war natürlich wie immer schön, so nett begrüßt zu werden.

Posted by fegoesrhein 16:32 Archived in Germany

Tag 11

Drei Flüsse Stadt Passau

sunny 20 °C

Als ich am Morgen munter geworden war, lag das Schiff bereits in Passau vor Anker. Diesmal hatten wir tatsächlich an einem Anleger mitten in der Stadt festgelegt. Das letzte Mal mussten wir im neuen Hafen etwas außerhalb der Stadt anlegen. Bei unserer letzten Flusskreuzfahrt, die am Schwarzen Meer gestartet war, war in Passau Endstation gewesen. Mit diesem Zeitpunkt hatten wir Europa auf 3.500 Kilometer Wasserwegen durchquert. Dabei haben wir zwölf Länder durchfahren oder berührt und Rundgänge in vielen schönen Städten entlang des Amsterdam-Rhein-Kanals, der Waal, dem Rhein, dem Main, der Regnitz, dem Main-Donau-Kanal und der Donau gemacht. Insgesamt 24 Tage haben beide Kreuzfahrten zusammen gedauert. Morgen würde die Flusskreuzfahrt in Wien dann endgültig zu Ende gehen.

Nach dem Frühstück trafen wir uns um 8:45 Uhr zum Stadtrundgang in Passau. Beim letzten Mal fand hier nur die Ausschiffung statt und es gab keine Führung. Ich war jetzt schon einige Male in Passau gewesen, aber ich bin immer wieder begeistert von der Drei Flüsse Stadt. Drei Flüsse, die aus allen Himmelsrichtungen kommen, treffen hier aufeinander, um dann gemeinsam weiterzufließen Richtung Schwarzes Meer. Der grüne Inn aus dem Süden und die schwarze Ilz aus dem Norden münden hier in die aus dem Westen kommende, blaue Donau. Wir hatten mit dem Wetter Glück – die Sonne schien und der Wasserpegel war mit 4,74 m relativ normal. Bis über 12 Meter war das Wasser hier schon angestiegen und die meisten Gebäude der barocken Altstadt, die von italienischen Meistern im 17. Jahrhundert geschaffen worden waren, sind in ihrem Dasein schon etliche Male unter Wasser gestanden. Am schlimmsten waren die Hochwasser im Mai und Juni 2013 mit 12,89 Metern.

Drei Flüsse Stadt Passau mit Inn, Donau und Ilz

Drei Flüsse Stadt Passau mit Inn, Donau und Ilz

Die 800 Jahre alte Festung Oberhaus, die hoch über der Stadt liegt, ist sicher noch nie vom Hochwasser erreicht worden. Mit 65.000 m² umbauter Fläche ist sie eine der größten erhaltenen Burganlagen der Welt. Vom 105 m hohen Georgsberg aus hat man einen umfassenden Blick über die Stadt und das Mündungsdreieck der Flüsse. Die Burg wurde die meiste Zeit als Residenz des fürstlichen Bischofs vom Hochstift Passau benutzt. Seit 1932 ist die Anlage im Besitz der Stadt, die hier ein Museum eingerichtet hat. Hinter diesem Burgberg fließt die Ilz.

Veste Oberhaus

Veste Oberhaus

Das Rathaus liegt am Donauufer und besteht aus drei Gebäuden: dem Alten Rathaus, dem Neuen Rathaus und dem Rathaus Altes Hauptzollamt. Besonders sehenswert sind ein Riesengemälde, das den Einzug Kriemhilds in die Stadt zeigt, sowie ein Gemälde von der Hochzeit Kaiser Leopolds. Die Säle werden für repräsentative Zwecke benutzt. Die Stadt, die aus einer keltischen Siedlung, die auf dem Altstadthügel oberhalb des Rathauses lag, entstand, hat heute etwa 50.000 Einwohner. Im ehemaligen Hotel „Zum Wilden Mann“ ist heute das Passauer Glasmuseum mit vielen Exponaten des weltberühmten Böhmischen Glases untergebracht.

Rathaus mit dem Hotel „Zum Wilden Mann“ und den Dom zu Passau

Rathaus mit dem Hotel „Zum Wilden Mann“ und den Dom zu Passau

Das ehemalige Wohnhaus des Scharfrichters liegt in einer der steilen, schmalen Gassen hinter dem Rathaus. Seit den 1970er Jahren befindet sich hier die bekannte Jazz- und Kabarettbühne im Scharfrichterhaus. Die Karriere so mancher Berühmtheit wie die von Otttfried Fischer oder Hape Kerkeling hatte hier begonnen. Seit 1983 wird hier das ScharfrichterBeil an den besten Kabarettisten verliehen.

Die Treppen, die wir hochgestiegen waren, mussten wir auf der anderen Seite wieder runtergehen. Dort waren wir dann an das Ufer des Inns gekommen. Auf der gegenüberliegenden Seite war das Gelände der ehemaligen Innstadt Brauerei, die vom Kloster Mariahilf überragt wird. Die Marke wurde Ende 2013 durch die Brauerei Hacklberg übernommen. Auf dem Gelände unterhalb des Klosters soll ein neues Wohnviertel für 200 Menschen entstehen. In Passau gibt es zurzeit noch immer 11 Brauereien.

Innstadt Brauerei und Kloster Mariahilf am Inn

Innstadt Brauerei und Kloster Mariahilf am Inn

Durch die Zinngießergasse gelangten wir zum Residenzplatz. Die Hofapotheke zum Schwarzen Adler wurde 1384 erstmals erwähnt. Die gilt als älteste Apotheke Deutschlands und ist seit 1753 in Familienbesitz. Nach historischen Rezepturen, die mit Handschriften jeweils immer vom Vater an den Sohn weitergegeben wurden, wird heute noch die so genannte „Glifft-Schmiere“ hergestellt, die garantiert helfen soll gegen rissige und rauhe Stellen an Händen und Füßen. 2010 wurde sie auch zur schönsten Apotheke Deutschlands gewählt.

Hofapotheke „Zum Schwarzen Adler“

Hofapotheke „Zum Schwarzen Adler“

Der Residenzplatz wird vor allem vom imposanten, weiß gestrichenen Dom zu St. Stefan beherrscht. Im Mittelpunkt des Platzes steht der Wittelsbacher- Brunnen, ein Nachfolger des bereits 1555 aufgestellten Schöpferbrunnens. Der Platz hieß früher „Unter den Krämern“, denn wo heute die Gebäude der Neuen Bischöflichen Residenz stehen, stand früher das größte Kaufhaus der Stadt. Die Residenz wurde von 1712 bis 1730 im Stil des Wiener Spätbarocks erbaut. Das Treppenhaus des Gebäudes ist eine Glanzleistung des Rokokos.

Residenzplatz mit Wittelsbacher-Brunnen und dem Dom zu St. Stefan

Residenzplatz mit Wittelsbacher-Brunnen und dem Dom zu St. Stefan

Gegenüber des Passauer Doms befindet sich die Alte Bischöfliche Residenz. Sie war bis Anfang des 18. Jahrhunderts der Regierungssitz der Passauer Bischöfe. Sie waren nicht nur kirchliches, sondern auch weltliches Oberhaupt und mit viel Macht ausgestattet. Der Domplatz vor dem Dom zu St. Stefan ist die höchste Erhebung der Passauer Altstadt. Hier findet Dienstags und Freitags der Wochenmarkt und vor Weihnachten der Christkindlmarkt statt.

Der 1668 wiedererbaute Dom zu St. Stefan ist einer der größten Dome mit dem größten barocken Kircheninnenraum nördlich der Alpen. Die fünf vernetzten Orgeln bilden mit zusammen 233 Registern und 17.974 Pfeifen die größte Domorgel der Welt. Der Innenraum des dreischiffigen Domes ist sehr prunkvoll. Die bunten Gemälde sind von vielen Stuckornamenten umrahmt. Nach anfänglicher großer Aufregung haben sich die Passauer an den blendend weißen Außenanstrich gewöhnt.

Innenraum des barocken Doms mit gotischer Seele

Innenraum des barocken Doms mit gotischer Seele

Mit dem Betreten des Domes war unsere Führung durch die Stadt beendet. Auf eigene Faust wanderten wir durch die schmalen Gassen abwärts zum mächtigen Strom. Am Schiff angelangt, waren alle Besatzungsmitglieder dabei, den von den Lastwägen am Kai abgeladenen Nachschub auf das Schiff zu tragen. In Wien würden neue Gäste an Bord gehen, die ebenso gut versorgt werden wollten wie wir. Es ist unglaublich welche Mengen an Getränke zum Wegräumen in der Panorama Bar standen. Der Barchef berichtete uns, dass während unserer Reise von Amsterdam bis Passau 800 Liter, 300 Liter Wein und 650 Liter Kaffee getrunken worden waren. In der Küche wurden 90 Liter Sahne, 300 Liter Milch, 150 Liter Joghurt, 100 Liter Speiseöl, 500 Kg Fleisch, 300 Kg Fisch, 300 Kg Kartoffeln, 2.650 Brötchen, 91 Kg Brot, 912 Stück Eier, 28 Kg Salz und 83 Kg Zucker zu Köstlichkeiten verarbeitet. Das Schiff verbrauchte 45.000 Liter Treibstoff und 360 Kubik Trinkwasser.

Die Besatzung musste sich mit dem Wegräumen beeilen, denn um 12:00 Uhr hieß es schon wieder „Leinen los“ und um 12:30 Uhr wurde zum Mittagessen gerufen. Ich entschloss mich, vom kleinen Buffet in der Panorama Bar zu naschen, denn ich wollte das Auslaufen aus Passau nicht versäumen. Von der Lounge am Heck des Schiffes war der Ausblick auf die Dreiflüssestadt am besten. Von hier aus sah man wie der Inn und die Ilz in die Donau mündeten. Die ganze Pracht dieser Grenzstadt lag vor bzw. hinter uns. Denn die am Bug des Schiffes saßen, hatten die schöne Stadt schon hinter sich gelassen und waren voll Erwartung auf den Rest des Tages. Auf der Höhe von Lindau (km 2222) bis zum Kraftwerk Jochenstein (km 2203) bildet der Strom die deutsch-österreichische Grenze; die folgenden 322km fließt er durch Österreich, zunächst durch das bewaldete Hügelland des oberösterreichischen Mühlviertels. Hier halten mittelalterliche Orte, Ritterburgen und Klöster und vor allem die großartige Flussschleife „Schlögener Schlinge“ die Flussfahrer in Atem.

Eigentlich fuhren wir jetzt entlang der Nibelungenstraße. Obernzell auf bayrischer Seite war der erste größere Ort. Dieser machte sein Vermögen mit den sogenannten schwarzen Passauer-Schmelztiegeln, die für das Schmelzen von Gold und Silber unentbehrlich waren. Auf österreichischer Seite erhob sich weithin sichtbar oberhalb des Donautales im oberösterreichischem Sauwald die Burg Vichtenstein.

Als wir in die Kammer der Doppelschleuse Jochenstein einfuhren, konnten wir den Schleusenvorgang besonders gut beobachten, da sich in der zweiten Kammer auch ein Schiff befand. So konnten wir zusehen, wie das Schiff langsam abgesenkt wurde. Auch am Sonnendeck des anderen Schiffes standen die Passagiere und schauten zu. Als die Schleusentore aufgingen, hatte man einen guten Blick auf den Jochenstein, eine 78 Meter hohe Felseninsel, die aus der Donau ragt. Um sie ranken sich mehrere Legenden, so zum Beispiel die Geschichte der Nixe Isa, die unter dem Jochenstein wohnt und mit ihrem Gesang die Schiffsleute anlockt und betört. Wahrheit ist, dass es bis ins 20. Jahrhundert üblich war, neue Schiffsleute am Jochenstein zu taufen. Auf dem Felsen stehen ein Bildstock und eine Steinfigur des Heiligen Nepomuk, der der Patron der Schiffsleute ist.

Der Jochenstein

Der Jochenstein

Ab dem Ort Engelhartszell wird die Donau zu beiden Seiten von Österreich umschlossen. Das Stift Engelszell ist das einzige Trappistenkloster in Österreich. Von weitem sichtbar war die Burg Marsbach, die am Bergrücken liegt, der von der Schlögener Schlinge umschlungen wird. Von dort aus kann man von Niederranna bis zur Schlögener Schlinge einsehen. Die Donau bahnte sich im Durchbruchstal zwischen Passau und Aschach seinen Weg in Meander durch das Böhmische Massiv und schnitt den Sauwald ab. Diese Rarität wird „epigenetisches Durchbruchstal“ genannt. Durch die nachfolgende Hebung der Landmasse grub sich die Donau fast 300 m tief ein und schuf auf diese Weise das Engtal, welches in der Schlögener Schlinge nahezu einen vollen Kreis bildet. Früher war diese Stelle sehr gefährlich. Erst durch den Bau der Kraftwerke konnte man die Situation entschärfen.

Drei Personenfähren überqueren in diesem Bereich den Fluss, die vorwiegend Radfahrer transportieren, welche ab Au auf die rechte Flussseite wechseln müssen, da linksseitig bis Grafenau nur noch ein Lehrpfad für Wanderer existiert. Am Schiff bekamen wir eigentlich nur mit, dass wir ständig nach rechts fuhren. Das Ausmaß der Schleife sieht man natürlich am besten von oben. Da unser Freund Peter vierzehn Tage nach uns auf dem Donauradweg unterwegs war, hatte ich ihm gebeten, mir ein Bild vom Donausteig aus zu machen, das er mir dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hat. Dort steht ein Schild auf dem geschrieben steht: „Wenn Du den Blick zur Donau senkst, dabei an etwas Liebes denkst, kurz, still verharrst wie im Gebet, ein Wunsch Dir in Erfüllung geht“. Beim Betrachten von Peter’s Bild könnt ihr Euch also was wünschen!

Schlögener Schlinge vom Donausteig aus

Schlögener Schlinge vom Donausteig aus

Direkt in der Rundung liegt das Hotel Donauschlinge. Auch unser Hotelbetrieb an Bord lud zu Kaffee und Kuchen ein. Manche Passagiere waren schon ganz aufgeregt, denn für sie waren die letzten Stunden an Bord angebrochen. Bereits ab 14:00 Uhr konnten die Gäste, die schon in Linz aussteigen würden, ihre Bordrechnung begleichen. Manche hatten sich schon im Voraus noch Getränke an der Bar bestellt, die sie dann erst am Abend trinken würden, damit sie noch mit auf der Rechnung waren. Ich nützte dann auch die Zeit, die wir in der Schleuse Aschach und Ottensheim verbrachten, um unsere Koffer zu packen, denn auch wir würden am nächsten Vormittag in Wien das Schiff verlassen. Auch hatte ich bereits von der Rezeption aus ein Taxi zum Bahnhof bestellt. Bevor wir zu Bett gehen würden, würde ich noch die Bordrechnung bezahlen und dann waren auch wir fertig für die Abreise. Noch blieb uns allerdings Zeit, um die schöne Landschaft Oberösterreichs zu genießen. Auf den Hängen sahen wir die für Oberösterreich so typischen Vierkanthöfe.

Vierkanthöfe in der Nähe von Ottensheim

Vierkanthöfe in der Nähe von Ottensheim

Nachdem wir auf der linken Seite das Schloss Ottensheim und auf der rechten Seite das Stift Wilhering passiert hatten, tauchten vor uns schon die Türme der Basilika zu den Sieben Schmerzen Mariä auf dem Pöstlingberg auf. Leider war für Linz nur ein technischer Stopp vorgesehen. Etwa zehn Passagiere würden nach dem Abendessen aussteigen und das Schiff würde nochmals vollgetankt werden. In Linz wurden wir von blühenden Kastanienbäumen begrüßt. Auf den Balkonen und Terrassen des Neuen Rathauses in Linz, das eher einem privaten Wohnbau glich, blühten lilafarbige Bäume. Ins schöne Abendlicht getaucht erschienen die Glasfronten des Kunstmuseums Lentos und des Brucknerhauses. Auf der Wiese der Donauparks zwischen diesen Gebäuden herrschte reges Treiben. In den Stadtteilen auf unserer Donauseite war Jahrmarkt.

Kunstmuseum Lentos mit Linzer Dom und Burg

Kunstmuseum Lentos mit Linzer Dom und Burg

Hinter dem modernen Gebäude des Kunstmuseums konnten wir einen Blick auf die Linzer Altstadt mit dem Dom und der Burg werfen. Die einstige triste Industriestadt hat sich zur bunten Kulturstadt entwickelt und es war eine Augenweide sie anzusehen. Schade, dass wir keinen Stadtrundgang machen konnten. Das Schiff war zum Stillstand gekommen und wir begaben uns in den Speisesaal. Während wir fest vertäut wurden, wurde das letzte Abendmahl serviert. Einige hatten es schon eilig, da ihre Lieben bereits am Kai standen und auf sie warteten. Die ersten Abschiedsworte vom Nebentisch konnten wir schon vernehmen. So geht halt jede schöne Reise zu Ende. Auch wir machten noch ein Foto mit Daniel, unserem Kellner, der uns wirklich verwöhnt hatte.

Abschied im Speisesaal

Abschied im Speisesaal

Danach, wie soll es anders sein, begaben wir uns wieder in die Panorama Bar, um noch einen schönen Blick auf das ins rote Abendlicht getauchte Linz zu erhaschen. Bevor das Team der Bar wieder Stress hatte, machten wir auch mit Cosima, der lustigsten Kellnerin an Bord ein Abschiedsfoto.

Abschied von der Panorama Bar mit Cosima und Joschi

Abschied von der Panorama Bar mit Cosima und Joschi

Zu unserem großen Erstaunen war heute zum ersten Mal unser ungarischer Kapitän an der Theke. Die Reise war für das nautische Personal sehr anstrengend gewesen, hatten wir doch 72 Schleusen und unzählige niedrige Brücken zu passieren. Erst als wir die deutsch-österreichische Grenze passiert hatten, ließ die Anspannung nach. Während der Nacht würden wir durch die wunderschöne Wachau nach Wien fahren und dabei noch sechs Schleusen durchfahren. Allerdings sind die österreichischen Schleusen breiter gebaut und da musste man nicht so aufpassen, dass man mit dem breiten Schiff tuschiert.

Am Abend wurde der Film unserer Reise von Amsterdam nach Wien präsentiert. Natürlich konnte der auch käuflich erworben werden. Ich hatte mich in die Bestellliste eingetragen. Ich wollte ihn allerdings noch nicht sehen – die Überraschung zu Hause würde schöner sein. Ich sah lieber beim Ablegen des Schiffes zu. Auf unserer Fahrt Richtung Wien kamen wir jetzt an die großen Industrieanlagen der ehemaligen VOEST vorbei. Der Frachthafen war groß ausgebaut worden. Viele Schlote ragten hier in den Himmel. Aber der Ausstoß war bei weiten nicht so schmutzig anzusehen, wie früher. Als wir Feldkirchen an der Donau und Mauthausen passiert hatten, war es bereits dunkel geworden.

Der Abend klang lustig aus. Auf den Weg in die Kabine beglich ich noch unsere Bordrechnung – denn Zahlen macht Frieden. Außerdem bezahlte ich noch die DVD unserer Reise bei Lila, der Kreuzfahrtassistentin. Nachdem alle Arbeiten abgeschlossen waren, konnten wir ein letztes Mal in unserer Kabine Schlaf finden.

Posted by fegoesrhein 16:30 Archived in Germany

Tag 10

Donaudurchbruch

sunny 23 °C

Während der Nacht hatten wir wieder das Fahrwasser gewechselt und bei Kehlheim die gute, alte Donau erreicht. Das heutige Programm wird etwas anstrengend werden, denn für den Vormittag ist ein Stadtrundgang durch Regensburg geplant, am Nachmittag eine Schifffahrt durch den Donaudurchbruch und am Abend das Abschiedsdinner.

Wir hatten diesmal den Vorteil, dass wir wirklich mitten in der Stadt vor Anker lagen. Gleich nach dem Frühstück wurden wir von unseren Stadtführern am Kai empfangen. Unserer war ein lautstarker, bayrischer Schreihals, der bei seinen Kolleginnen gar nicht so gerne gesehen war. Uns machte es jedenfalls Spaß, mit ihm die Bischofsstadt mit etwa 150.000 Einwohnern zu besuchen. Regensburg ist eine der ältesten Städte Deutschlands und die am nördlichsten liegende Stadt an der Donau.

Erster Stopp war beim Wirtshaus Brandl Bräu, an dessen Außenfassade eine Darstellung des Bären an der Kette, unsere Aufmerksamkeit erregte. Wie überhaupt scheint es, dass es in Regensburg viele Gasthäuser gibt. Denn auch den Regensburger Dom zu St. Peter erreichten wir durch den Gastgarten eines Hofbräuhauses. Aus den Probenräumen der Regensburger Domspatzen hörte man kirchliche Choräle. Heute war Christi Himmelfahrt und wenn wir Pech haben, dann können wir den Innenraum des gotischen Domes wegen der Messfeier gar nicht besuchen. Unser Stadtführer nahm den Hintereingang, der zur Sakristei führte – und tatsächlich mussten wir warten bis der Bischof mit Gefolge an uns vorüberzog.

Dom zu St. Peter in Regensburg

Dom zu St. Peter in Regensburg

Während wir die Türme des Domes von Außen betrachteten, fiel mein Blick auf einen Namen, der eine Auslage zierte – Brasserie du Thurn und Taxis. Dann wandte sich allerdings auch unser Stadtführer schon in diese Richtung und wies auf die berühmte Familie hin, die Mitten in Regensburg ein Schloss mit wunderschöner Gartenanlage besitzt. Das bekannteste Mitglied der Familie ist wohl die schrullige Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Die Familie erwarb ihren Reichtum aus dem Verkauf der Postrechte.

Der Haidplatz, der Mitten in der Altstadt liegt, wird von vielen alten Gebäuden umringt, die alle UNESCO Weltkulturerbe sind. Das „Goldene Kreuz“ ist eine ehemalige Patrizierburg mit Geschlechterturm. Berühmte Persönlichkeiten wie Kaiser Franz Josef von Österreich und König Ludwig I. von Bayern haben hier übernachtet. Auf dem Haidplatz fanden im Mittelalter Ritterturniere statt. Mitten auf dem Platz steht der Justitiabrunnen, der früher die Stadt mit Trinkwasser versorgte.

Haidplatz Regensburg mit dem Hotel zum Goldenen Kreuz

Haidplatz Regensburg mit dem Hotel zum Goldenen Kreuz

Das Goliath Haus aus 1260 ist das Wahrzeichen der Stadt Regensburg. Das um 1573 entstandene Gemälde vom Kampf Davids gegen Goliath ist UNESCO Weltkulturbestand.

Das Goliath Haus in Regensburg

Das Goliath Haus in Regensburg

Um das nächste Wahrzeichen der Stadt ranken sich zwei Legenden. Zum einen soll der Teufel dem Brückenbauer beim Bau geholfen haben. Denn dieser hatte mit seinem Lehrmeister, dem Erbauer des Doms eine Wette abgeschlossen, wessen Bau zuerst vollendet werden würde. Als Lohn sollte der Teufel die ersten drei Seelen erhalten, die über die Brücke gingen. Die Brücke wurde zuerst fertiggestellt und sodann ließ der Brückenbauer bei der Eröffnung als ersten einen Hahn, dann einen Hund und als dritte eine Henne über die Brücke. Heute wird die Brücke gerade renoviert. Ich war froh, dass sie nicht gerade fertig geworden war. Wer weiß, welcher Pakt in der heutigen Zeit abgeschlossen worden ist.

Regensburg, Steinerne Brücke

Regensburg, Steinerne Brücke

Somit hatten wir auch wieder das Ufer der Donau erreicht. Viele Kreuzfahrtschiffe hatten hier angelegt. Es war interessant, an ihnen vorbei zu gehen. Jedes ist etwas anders. Ganz neu ist die Kristallkönigin, die mit Kristallen der Firma Swarovski übersät ist. Die glitzern so schön im Sonnenschein. Aber wir waren mit der MS Nestroy sehr zufrieden. Wir hatten dort eine kuschelige neue Heimat gefunden. Schade, dass die Reise schon bald zu Ende gehen würde.

Am Schiff angekommen hieß es schon wieder, dass die Türen zum Speisesaal geöffnet seien. Heute gab es ein frühes Mittagessen um 11:30 Uhr, denn um 12:45 Uhr würde schon der nächste Ausflug starten. Wir aßen und begaben uns sofort auf die Kabine, wo ich Mutti dazu überreden konnte, sich etwas im Bett auszuruhen. Ich stellte den Wecker und legte mich auch hin. Es tat gut, die Beine auszustrecken.

Nachdem der Wecker abgegangen war, nahmen wir unsere Taschen und Jacken und begaben uns zur Rezeption, um wieder unsere Schlüssel gegen die Landkarten zu tauschen. Vor dem Schiff wartete schon wieder unser Schreihals auf uns, der uns zum bereitstehen Bus begleitete. Von Regensburg aus fuhren wir entlang der Donau zum Kloster Weltenburg, das in einer Donauschleife gelegen ist. Vom Bus aus sahen wir die Stelle, wo der Main-Donau-Kanal bei Kelheim in die Donau mündet. Schon von weitem sichtbar war die Befreiungshalle, die wir auf der Rückfahrt mit dem Boot noch besser sehen würden.

Kloster Weltenburg

Kloster Weltenburg

Am Parkplatz standen bereits viele Buse und private PKWs. Viele Menschen nützten den Feiertag und das wunderschöne Wetter für einen Ausflug. Wir waren in der zweiten Gruppe zur Besichtigung der Klosterkirche eingeteilt. So hatten wir eigentlich vor, in der Gastwirtschaft des Klosters einzukehren. Die Klosterbrauerei Weltenburg ist die älteste Klosterbrauerei der Welt, in der die Benediktiner schon seit 1050 Bier nach alter Tradition brauen. Nicht mal das Personal hatte mit so einem Ansturm gerechnet. Es war fast unmöglich einen Sitzplatz im schattigen Gastgarten zu finden. So gingen wir in den kleinen, aber klimatisierten Klosterladen und sahen wir uns dort etwas um. Mutti wurde jedoch müde vom Herumstehen und so beschlossen wir, in die Kirche zu gehen. Dort ist es meistens kühl und Sitzbänke gibt es auch.

Wir hatten Glück. Ein pensionierter Professor hatte gerade mit der Führung durch die von Außen unscheinbare Klosterkirche zum Heiligen Georg begonnen. Der Innenraum war reich geschmückt. Sehr beeindruckend war der Heilige Georg, der auf einem überlebensgroßen Schimmel das Altarbild zierte. Von jeder Statue und jedem Bild wusste der Professor etwas zu berichten. Er hatte es auch gar nicht gerne, wenn man ihm nicht aufmerksam zuhörte. Später eintretende Gäste bat er, sich sofort zu setzen und still seine Ausführungen anzuhören. So ausführlich war mir eine Kirche noch nie erklärt worden. Einmal war es ja interessant, aber durch jede Kirche müsste ich auch nicht so geführt werden.

Heilige Georg in der Klosterkirche Weltenburg

Heilige Georg in der Klosterkirche Weltenburg

Bis zur Abfahrt unseres Ausflugsschiffes hatten wir noch genügend Zeit. Aber immer mehr Menschen wollten Richtung Anlegestelle und so entschlossen auch wir uns, dorthin zu gehen. Das Durchbruchstal wird von bis zu 80 m hohen Felswänden begrenzt. Auf den senkrechten Felswänden sah man viele Kletterer, die bei diesem schönen Wetter ihrer Sportart nachgingen. Es war sehr interessant, ihnen bei ihrem Weg nach oben zuzusehen.

Kletterer im Donaudurchbruch

Kletterer im Donaudurchbruch

Als dann unser Ausflugsboot ankam, mussten wir zurückweichen, um die Gäste aussteigen zu lassen. Erst dann konnten wir das Schiff entern. Nicht nur unsere Gruppe wollte auf das Boot, sondern auch viele andere. Das Schiff war sicher bis auf den letzten Platz besetzt. Der freundliche Kapitän, der aus der Gegend stammte, wollte uns seine Heimat auch etwas näher bringen. Eigentlich hat nicht die Donau die Weltenburger Enge ausgeschürft, sondern die Altenmühl, deren Bachbett die Donau nach Jahrhunderten übernommen hatte. Das Naturschutzgebiet Weltenburger Enge ist 560 Hektar groß, etwa 5,5 Kilometer lang und bis zu 400 m breit.

Ausflugsboot Donaudurchbruch

Ausflugsboot Donaudurchbruch

Wir fanden einen Sitzplatz am Unterdeck, denn obwohl es ein heißer Tag war, zog es am Sonnendeck fürchterlich. Während der Fahrt konnten wir beobachten, wie links und rechts der Donau viele Menschen wanderten oder mit dem Fahrrad unterwegs waren. Die Felsen kamen uns zum Teil ganz schön nahe. In die Felsen waren Ringe befestigt. Diese wurden früher benutzt, um sich mit Hilfe von langen Stangen, an denen Hacken angebracht waren, stromaufwärts zu ziehen, während die Pferde, die sonst die Schiffe stromaufwärts zogen, einen Umweg über die Felsen machten mussten. Zwischen der Stillen und der Langen Wand verengt sich das Tal auf etwa 110 Meter und der Strom erreicht eine Wassertiefe von 20 Metern.

Donaudurchbruch

Donaudurchbruch

Danach weitet sich das Tal wieder. Der Kapitän wies hin und wieder auf Kalksteinformationen hin, die etwa die Form einer Bischofsmütze oder eines Löwen hatten. Manche Gebilde hatten bezeichnende Namen wie Zwei-Sich-Küssende, Versteinerte Jungfrau oder die drei feindlichen Brüder. Kurz vor Kehlheim sah man schon den runden Turm der Befreiungshalle am Michelsberg. Links daneben ist die Felsformation Napoleons Reisekoffer, den er einer Sage nach beim Rückzug vergessen haben soll. Der Bau der Befreiungshalle wurde von König Ludwig I als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 1815 und als Mahnmal für die Einheit Deutschlands in Auftrag gegeben.

Die Befreiungshalle am Michelsberg mit Napoleons Reisekoffer

Die Befreiungshalle am Michelsberg mit Napoleons Reisekoffer

Immer wieder kamen uns Ausflugsboote entgegen. Da anscheinend in Kelheim gerade eine Art von Mittelalterfest stattfand, kam uns sogar eine alte „Umler Schachtel“ entgegen. Trommler und andere Menschen in mittelalterlicher Tracht gingen mit Kind und Kegel am alten Treidelweg spazieren.

Mittelalterfest

Mittelalterfest

Bei der Schiffsanlegestelle in Kehlheim warteten die Buse schon auf uns. Die Fahrt zurück zum Schiff führte durch landwirtschaftliches Gebiet. Man konnte den Feldarbeitern beim Spargelstechen zu sehen. Wunderschön golden glänzten die Rapsfelder, die gerade in voller Blüte standen. Zwischendrin gab es immer wieder kleine neue Siedlungen. Die meisten Dächer waren in Rot gehalten. Der Kurort Bad Abbach war bereits bei den Römern bekannt. Hier gab es eine große Militärziegelei. Kurz danach überquerten wir die Donau und waren somit wieder nach Regensburg zurückgekehrt.

Wir gingen gleich in die Kabine und zogen uns für das Galadinner um. Um 18:30 Uhr fanden sich alle beim Auslaufen des Schiffes in der Panorama Bar zum Abschiedscocktail ein. Am folgenden Abend würden uns in Linz bereits die ersten Passagiere während des Abendessens verlassen. Unter der Moderation des Kreuzfahrtleiters Tim Meyle verabschiedeten sich die Leiter der verschiedenen Resorts von uns. Natürlich hielt auch der ungarische Kapitän seine Abschiedsrede und wünschte uns allen ein gutes Nachhausekommen.

Abschiedscocktail

Abschiedscocktail

Dann hieß es wieder: „Die Türen des Speisesaales sind für sie geöffnet“. Es gab ein sechsgängiges Menü. Gleich nach dem ersten Gang sah ich auf der rechten Seite ein Gebäude, das aussah wie ein griechischer Tempel. Meine Neugier trieb mich nach Draußen. Leider bekamen wir wie immer von der Kreuzfahrtleitung keine Hinweise darauf, was dieses Gebäude zu bedeuten hatte. Aber Mr. Google gab mir die Auskunft, dass es sich dabei um Walhalla handelte. In dieser Gedenkstätte werden seit 1842 bedeutende deutschsprachige Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt. Benannt ist sie nach Walhall, der Halle der Gefallenen in der nordischen Mythologie. Begonnen wurde mit 96 Büsten, heute gibt es bereits 130, wovon 12 weiblichen Geschlechtes sind. Früher entschied König Luwig I über die Aufstellung der Büsten, heute der Bayrische Ministerrat.

Gedenkstätte Walhalla

Gedenkstätte Walhalla

Danach begab ich mich wieder sofort in den Speisesaal, denn ich wollte nicht, dass mein Rinderfilet kalt werden würde. Das ausgezeichnete Mahl wurde natürlich von einen köstlichen Dessert gekrönt. Die gesamte Mannschaft nahm Aufstellung – vom Zimmermädchen bis zum Matrosen, um sich von uns zu verabschieden. Das mit Eischaum überbackene Eis wurde in großen Stücken serviert.

Galadinner

Galadinner

Danach gab es noch ein Geburtstagkind zu feiern, das auch eine Torte erhielt. Zum Abschluss begaben wir uns natürlich in die Panorama Bar, wo es einen Film über die Donau, auf der wir jetzt bis Wien fahren würden, gab. Bis nach Mitternacht wurde dann zum Tanz aufgespielt.

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Tag 9

Durch den Rhein-Main-Donau-Kanal nach Nürnberg

sunny 21 °C

Als ich morgens um sieben munter wurde, bewegte sich das Schiff nicht mehr. Wir waren bereits im Hafen von Nürnberg angekommen. Heute würden wir ja schon früh von Bord gehen, deshalb machten wir uns schnell fertig und gingen zum Frühstück. Um 08:30 Uhr saßen wir schon im Bus und fuhren Richtung Stadt.

Wir durchfuhren zuerst das Industriegebiet. Nürnberg ist nicht nur bekannt für seinen Lebkuchen, sondern auch für seine Bratwürste. Die Firma HoWe zählt mit seiner Tagesproduktion von bis zu 4 Millionen Stück zu einer der größten Bratwurstproduzenten. Die Firma Siemens beschäftigt an diesem Standort 45.000 Mitarbeiter. Die Firma Brandstätter sagte mir zwar nichts, dafür umso mehr, was hier hergestellt wird – Playmobil ist auf der ganzen Welt bekannt. 1761 begann der Schreiner Kaspar Faber mit der Herstellung von Bleistiften. Heute produziert der Faber-Castell Konzern mit über 7.000 Mitarbeitern über 2 Milliarden in Holz gefasste Stifte und ist somit der weltweit größte Hersteller von Bunt- und Bleistiften. Und wenn man morgens zum Kajalstift greift, dann kann es leicht sein, dass auch dieser aus Nürnberg stammt.

Nürnberg ist mit 500.000 Einwohnern die vierzehntgrößte Stadt Deutschlands. Wir fuhren gerade an vielen großen Wohnblöcken vorbei. Schon früh gab es hier den sozialen Wohnbau, denn die vielen Arbeiter mussten auch irgendwo wohnen. Wenn ich den Namen Nürnberg höre, dann denke ich eigentlich sofort an Christkindelmärkte und Lebkuchen. Mittlerweile waren wir schon nahe an das Stadtzentrum gekommen. Vor uns lag das Naherholungsgelände zwischen Bahnhof Dutzendteich, dem alten Tiergarten und dem Moorenbrunnfeld. Auf einmal tauchte vor uns ein kolossaler Monumentalbau auf. Wenn wir in Rom gewesen wären, dann hätte ich gesagt, dass wir am Kolosseum angekommen waren.

Die Kongresshalle ist der größte erhaltene nationalsozialistische Monumentalbau in Deutschland und steht unter Denkmalschutz. Das Kolosseum ist ellipsenförmig – dieser Bau ist hufeisenförmig und auf der dem See zugewandten Seite durch zwei rechteckige Gebäude abgeschlossen und eineinhalb Mal größer als dieses alte Bauwerk der Antike. Die Halle, für die ein freitragendes Dach vorgesehen war, war als Kongresszentrum für die NSDAP mit Platz für 50.000 Menschen geplant. Das Eingangsportal war so groß, dass der Bus keine Probleme hatte, in das Gebäude reinzufahren. Erst als wir drinnen mit dem Bus eine Runde fuhren, wurde mir das Ausmaß des Gebäudes klar: die U-Form misst außen 240x200 m. Immerhin hatten an diesem Bauwerk 1.400 Arbeiter in Dreischichtbetrieb gearbeitet.

Innenhof Kongresshalle, Nürnberg

Innenhof Kongresshalle, Nürnberg

Der Bau der „Großen Straße“ mit hohen Tribünen von denen aus man den Aufmarsch der Truppen verfolgten konnte, führt als zentrale Achse durch die Stadt direkt mit Blick auf die Nürnberger Burg. Ein noch größeres Denkmal sollte jedoch das von Albert Speer entworfene „Deutsche Stadion“ mit einer Grundfläche von 540x445 Metern werden. Das größte Stadion der Welt sollte 405.000 Zuschauern Platz bieten, wobei Geld keine Rolle spielen sollte. Es sollte aber beim Aushub der Baugrube bleiben. Heute ist wie man so schön sagt „Gras darüber gewachsen“ und die Baugrube mit Grundwasser gefüllt, wobei das Wasser mit Schwefelwasserstoff, der aus dem nahegelegenen Schutt – und Abfallberg kommt, verseucht ist.

Tribünen auf der Großen Straße

Tribünen auf der Großen Straße

Für die Kongresshalle konnte noch kein geeigneter Verwendungszweck gefunden werden. Pläne für ein Fußballstadion, ein Freizeitzentrum oder ein Shoppingzentrum scheiterten. Es herrscht dort wohl auch keine Wohlfühlatmosphäre. Das gesamte Reichsparteitagsgelände umfasst ein Areal von über 16,5 km², die mitten in der Stadt liegen und praktisch nicht genützt werden können. Die Tribünen sind am Zerfallen. Sie müssen aber, da sie unter Denkmalschutz stehen, erhalten werden. Nürnberg hat ein schweres Erbe erhalten.

Danach fuhren wir in die City. Um irgendwie mit diesem tragischen Kapitel der Stadt abzuschließen, fuhren wir entlang des Justizpalastes, der zwischen 1909 und 1916 im Stil der Deutschen Renaissance erbaut wurde. Bekannt wurde insbesondere der Schwurgerichtssaal 600, in dem nach Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 bis 1949 der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher und die Nachfolgeprozesse stattfanden. Natürlich kam mir dann, dass ich im Geschichtsunterricht in der Schule auch davon gehört hatte.

Justizpalast Nürnberg

Justizpalast Nürnberg

Froh waren wir, dass wir in unserem Bus sehr hoch saßen. So hatten wir die Möglichkeit, einen Blick in den weithin bekannten Johannesfriedhof zu werfen. Da im Mittelalter während der Pestzeit jede Bestattung innerhalb der Stadtmauern verboten war, entstand dieser Friedhof außerhalb der Stadtmauer. Besonders schön ist er, wenn die vielen Rosenbäumchen blühen. Berühmte Persönlichkeiten wie der Maler Albrecht Dürer wurden hier beerdigt.

Johannesfriedhof, Nürnberg

Johannesfriedhof, Nürnberg

Heute ist entlang der fünf Kilometer langen Stadtmauer ein Naherholungsgebiet entstanden, wo viele spazieren oder joggen. Durch die engen Gassen der Altstadt, die von Fachwerkhäusern gesäumt waren, fuhren wir zum Eingangstor der Kaiserburg zu Nürnberg. Sie ist eine Doppelburg und besteht aus der Kaiserburg und der Burggrafenburg und ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Osten der Burg wurde ein zweistöckiger Steinbau mit fünf übereinander liegenden Dachböden neben dem Fünfeckturm als Kornhaus der Stadt errichtet.

Kornhaus auf der Kaiserburg

Kornhaus auf der Kaiserburg

Von der Freiung aus, der die Walpurgiskapelle vorgelagert ist, hat man einen guten Gesamtüberblick über die Stadt und man merkt erst, welche Ausdehnung sie hat. Heute ist die Burg Eigentum der Bayrischen Schlösserverwaltung, die auch für den Erhalt zuständig ist. Teile der Burg werden als Museum verwendet und manchmal finden hier Staatsempfänge statt. In den alten Stallungen ist eine der größten Jugendherbergen Deutschlands untergebracht. Einige entschlossen sich, von der Burg aus zu Fuß in die Altstadt zu gehen, von wo aus uns der Bus um 11:30 Uhr wieder zum Schiff bringen würde.

Wir fuhren mit dem Bus in die Altstadt zurück. Auf den Märkten wurde knackiges Gemüse verkauft. Frischer Spargel und Erdbeeren hatten gerade Saison. Wir aber waren auf der Suche nach einem Geschäft, wo man Lebkuchen als Mitbringsel kaufen konnte. Eigentlich wollte ich unbedingt eine der Nürnberger Bratwürste probieren. Aber man stieß hier eher auf einen Kebabstand als auf einen Bratwurststand. So war ich gezwungen, eine Bratwurst in der Dose zu kaufen, um sie dann zu Hause essen zu können. Von der Augustinerstraße aus fuhren wir wieder zum Schiff zurück.

Um 12:30 Uhr verschwanden fast alle einen Stock tiefer in das Restaurant, wo das Mittagsbuffet zur Selbstbedienung bereitstand. Ich fand am kleinen Buffet in der Panorama Bar einen köstlichen Thunfischsalat. Das reichte mir für die Mittagszeit. Heute würden wir auch wieder mal zur Kaffeestunde am Bord sein. Da musste man etwas Platz lassen für die süßen Köstlichkeiten. Heute ließen mich Mutti, Steffi und Sepp nicht alleine, denn auch sie fanden Gefallen am Salat. Eigentlich dachte ich, dass Mutti sich nach dem Essen etwas in der Kabine niederlegen sollte, aber auch sie genoss die vorüberziehende Landschaft so sehr, dass sie auf Spähposition blieb.

Der 171 Kilometer lange Main-Donau-Kanal zwischen Bamberg und Kelheim ist eines der umstrittensten Bauprojekte der Nachkriegszeit. Nach fast 30 Jahren Bauzeit erfolgte vor 22 Jahren die Eröffnung der Verbindung zwischen den Flüssen Main und Donau. Eigentlich wurde der Kanal erbaut, um einen durchgehenden 3.500 Kilometer langen Wasserweg für den Gütertransport zwischen dem Nordseehafen Rotterdam und dem Schwarzen Meer zu haben. Der Seeweg ist damit um ein Fünftel geschrumpft.

Nach Nürnberg würde es nämlich auf den Main-Donau-Kanal sehr interessant werden. Vor uns lagen die drei tiefsten Schleusen der gesamten Strecke mit 24,6 Metern. Wir mussten noch einige Höhenmeter bis zur 406 Meter hohen Europäischen Wasserscheide überwinden. Mit nur 16 Kanalstufen überwindet der MDK heute einen Höhenunterschied von mehr als 240 Metern. Vom Main kommend werden die Schiffe um 175 Meter zur europäischen Hauptwasserscheide auf 406 Meter über Normalnull gehoben. Damit wird der höchste Punkt im europäischen Netz der Wasserstraßen erreicht. Danach geht es wieder 68 Meter nach unten, wie auf einer Treppe zur Donau.

Rhein Main Donau Kanal

Rhein Main Donau Kanal

Schon vor mehr als 1200 Jahren träumte Kaiser Karl der Große davon, Nordsee mit Schwarzem Meer zu verbinden. Übrig blieb die „Fossa Carolina“ als älteste Bauruine Deutschlands. Etwas mehr Glück hatte der bayrische König Ludwig I, der es schaffte in nur zehn Jahren Bauzeit den Ludwig-Donau-Main-Kanal mit 101 Schleusen bauen zu lassen. Heute ist dieser Kanal zugewachsen und der romantische Flusslauf ein beliebtes Ziel für Radfahrer. Der heutige Main-Donau-Kanal wird mehr für Kreuzfahrtschiffe als für Frachter verwendet. Seine dringend notwendige Sanierung ab 2017 wird zwischen 170 und 180 Millionen Euro kosten.

Neben dem Kanal wird viel Landwirtschaft betrieben. Man sah Kühe auf der Weide. Auf den Feldern waren Hügelbeete zugedeckt und wir konnten daraus schließen, dass Spargel darunter wachsen würde. Mächtig war die erste der drei großen Schleusen, mit denen man Geländeunterschiede ausgleichen und Stromschnellen verschwinden lassen kann. Wir mussten einen Moment warten, bis ein Schiff die Schleusenkammer verlies. Dann fuhren wir ein und hinter uns schloss sich das Tor. Ein leistungsstarkes Pumpensystem sorgte dafür, dass das Wasser in die Schleusenkammer hineingepresst wurde. Wenn das Wasser in der Schleusenkammer das Niveau des Flussabschnittes, der vor uns lag, erreicht hatte, konnte das Schleusentor vor uns geöffnet und unsere Fahrt fortgesetzt werden.

Schleuse Leerstetten

Schleuse Leerstetten

Schleuse Leerstetten

Schleuse Leerstetten

Schleuse Leerstetten

Schleuse Leerstetten

Etwa eine halbe Stunde dauert der Vorgang der Durchschleusung. Die Schleuse ist zwölf Meter breit. Unser Schiff war einer der größten Schiffe, die den Main-Donau-Kanal befahren dürfen, da es 11,5 m breit ist. Daher musste der Kapitän mit besonderer Vorsicht Rein- und Rausfahren. Befüllt wird die Schleusenkammer mit Wasser aus den Ausgleichsbecken. Somit ist einmal das Ausgleichsbecken und einmal die Schleusenkammer mit Wasser befüllt.

Ausgleichsbecken Eckersmühlen

Ausgleichsbecken Eckersmühlen

Kurz nach der Schleuse Hilpoltstein erreichten wir Stromkilometer 102. Vor uns tauchte eine Betonmauer auf, die die Europäische Hauptwasserscheide andeuten soll. Die Europäische Kontinentalwasserscheide trennt die Zuläufe zum offenen Atlantik, der Nord- und Ostsee von denen zum Mittelmeer und Schwarzen Meer zwischen Gibraltar und Moskau. Wegen des feierlichen Anlasses war das Sonnendeck geöffnet worden. Kurz vor der Wasserscheide überquerte noch eine Brücke den Kanal und alle auf dem Sonnendeck befindlichen Passagiere mussten auf den Boden niedersitzen und ihre Köpfe einziehen.

Europäische Wasserscheide

Europäische Wasserscheide

Von der Scheitelhaltung weg ging es dann nur noch abwärts bis Wien. Sehr dankbar waren wir für einen Zettel der Kreuzfahrtleitung auf der alle Schleusen mit der jeweiligen Tiefe aufgelistet waren. So wusste man, in welcher Finsternis man sich gerade befand – denn es wurde ganz schön finster, so 24,5 Meter unter der Erde. So ergab sich eine gute Gelegenheit während des Schleusens Kaffee und Kuchen mit Musikbegleitung zu reichen. So verging die halbe Stunde in Nu.

Schleusenplan

Schleusenplan

Die nächsten drei Schleusen hatten eine Tiefe von 17,0 Meter und das Prinzip funktionierte umgekehrt. Wir fuhren in die Schleuse rein, die Tore schlossen sich, Wasser wurde rausgelassen, das Tor geöffnet und wir konnten auf das niedrigere Niveau rausfahren.

Schleuse beim Absenken

Schleuse beim Absenken

In einer der drei Schleusen zog ich mich für das Abendessen um. Immer wieder war etwas zu tun. Langweilig wurde einem nie. Nach dem Abendessen fand um 21:00 Uhr in der Panorama Bar die Crewshow statt. Es war toll zu sehen und zu hören welche Künstler es unter der Besatzung gab. Es wurde gesungen, getanzt und einige Sketche aufgeführt. Eine Stunde lang wurde wir so unterhalten. Natürlich geizte keiner mit dem Applaus. Danach spielte Paul mit Tim noch zum Tanz auf. Wer noch Hunger hatte, konnte noch von den Gute Nacht Häppchen nehmen.

Posted by fegoesrhein 16:27 Archived in Germany

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