A Travellerspoint blog

Tag 3

Die Domstadt Köln

overcast 14 °C

Welch ein Glück! Auch heute fand der Ausflug erst nach dem Mittagessen statt. So konnte ich Mutti etwas länger schlafen lassen. An den Tag, an denen die Landgänge am Vormittag stattfinden, müssen wir dann früher aufstehen. Auf dem Schiff waren an Bug und Heck Kameras angebracht und so konnten wir von der Kabine aus auf unserem Monitor jederzeit sehen, wo sich das Schiff befand und wie das Wetter vor und hinter uns war. Außerdem lief das Tagesprogramm und so wurden wir immer über den neuesten Stand der Dinge informiert. So wussten wir, ob wir uns für Sonnenschein oder Regen anziehen sollten. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Wir fuhren dem schlechten Wetter immer davon. Laut Anrufen und SMSen von zu Hause wussten wir, dass es in Kärnten 20 cm Neuschnee und Frost gab. Viele frischbelaubte Bäume konnten der Last nicht standhalten und wurden beschädigt. So war ich eigentlich ganz froh, nicht in Kärnten zu sein.

Auf dem Weg zum Frühstück machten wir einen Blick zum Himmel. Hinter uns war der Himmel schwarz, vor uns blau. Der Speisesaal war gut besucht, trotzdem war am Buffet noch von Allem, was man brauchte, genug vorhanden. Wir ließen uns gemütlich Zeit. Unsere Tischnachbarn hatten schon gefrühstückt und würden sicher schon in der Panorama Bar auf uns warten. Wir fanden sie dann tatsächlich an unserem Aussichtspunkt. Vor uns tauchten große Industrieanlagen mit rauchenden Schloten auf. Leverkusen ist mit 165.000 Einwohnern eine der kleineren Großstädte in diesem Raum. Bekannt ist die Stadt durch die Chemiewerke und Pharmabetriebe der Firma Bayer und ihren Fußballklub Bayer 04 Leverkusen. Dies bedeutete jedoch, dass wir die Modestadt Düsseldorf bereits in der Nacht passiert hatten. Auf die hätte ich mich gefreut.

Leverkusen, Sitz der Firma Bayer

Leverkusen, Sitz der Firma Bayer

Jetzt konnte ich mich jedoch auf die Millionenstadt Köln freuen. Um die nächste Rheinschleife sah ich dann auch schon die Türme des Doms. Daher telefonierte ich mit Birsen, die uns an der Anlegestelle in Köln abholen sollte. Etwas früher als gedacht erreichten wir die Metropole am Rhein. Bei der Einfahrt in Köln konnte man am Oberdeck ein Glas original „Kölsch-Bier“ erstehen. Ich sah die Seilbahn, die über den Rhein führt, mit welcher wir schon gefahren sind. Von diesem höchsten Verkehrsmittel der Stadt hat man nicht nur einen fantastischen Blick auf „Vater Rhein“ und die darüber führende Brücke, sondern auch eine der schönsten Ausblicke auf die ganze Stadt.

Seilbahn über den Rhein

Seilbahn über den Rhein

Vor dem Dom hatten schon einige andere Kreuzfahrtschiffe festgemacht. Dann teilte uns der Kreuzfahrtleiter auch schon mit, dass uns ein anderer Anleger zugewiesen worden war. War wohl nichts mit dem Spaziergang zum Dom vom Schiff aus. Wieder mussten Busse organisiert werden. Bald schon hatte man von Bord einen tollen Blick auf die Silhouette der Stadt. Vom neben dem Dom liegenden Hauptbahnhof aus führt die Hohenzollernbrücke über den Rhein. Unter dem Dom befindet sich der blaue Musical Dom und die Kölner Philharmonie. Über die wunderschöne Promenade erreicht man die St. Martin’s Kirche, dessen charakteristischer Turm gerade in der Ferne auftauchte.

Silhouette von Köln

Silhouette von Köln

Folgt man der Promenade erreicht man das Schokolademuseum der Firma Lindt. Auch dort gibt es einen Schiffsanleger. Leider war auch dort kein Parkplatz für unser Schiff. Wir fuhren unter der Severinsbrücke durch in einen Seitenarm des Rheins. Während wir im alten Deutzer Hafen festmachten, wurden wir um 11:30 Uhr zu einem frühen Mittagessen in den Speisesaal geladen. Um 12:30 Uhr würde dann mit dem Ausschiffen begonnen werden. Wir verzichteten jedoch auf den Ausflug in die Stadt Köln und die Führung durch den Dom, denn wir waren schon etliche Male in Köln gewesen.

Kölner Dom

Kölner Dom

Viel wichtiger war es für uns, Mutti’s Jugendfreundin Margret zu besuchen, die hier wohnte. Birsen erwartete uns mit Bea am Kai und sie brachten uns mit dem Auto zum Hochhaus, wo Margret wohnt. Dort wurden wir schon erwartet. Margret kam uns traurig und aufgeregt vor. Aber die Möglichkeit Mutti in ihre Arme zu nehmen trieb ihr Freude ins Gesicht. Nachdem wir Kaffee und Kuchen verspeist hatten, kam auch Petra. Leider dauerte unser Besuch nicht lange, da Magret an diesem Tag noch einen Termin beim Zahnarzt hatte. Nach schwerem Abschied brachte uns Birsen zurück zum Schiff.

Margret und Mutti

Margret und Mutti

Die anderen waren von der Stadtrundfahrt noch nicht zurückgekehrt. Unsere Stimmung war bescheiden. Deshalb entschlossen wir uns etwas Karten zu spielen und uns die Zeit mit Hugo zu verschönern. Schön langsam kehrten auch die anderen Passagiere von der Stadt zurück. Der Ausflug mit dem Besuch des gewaltigen Domes hätte sich gelohnt. Der Kölner Dom ist mit 157,38 das zweithöchste Kirchengebäude Europas. Die schwarze „ewige Baustelle“ wurde 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe. Im Dom befindet sich der größte mittelalterliche Reliquienschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige, zu denen im Mittelalter ein reger Zustrom von Pilgern aus aller Welt herrschte. Vom Dom zum Rhein runter führen belebte schmale Gassen, in denen man viele traditionelle Brauhäuser findet.

Kirche St. Martin und der Kölner Dom

Kirche St. Martin und der Kölner Dom

Über eine Strickleiter gelang der Matrose zum Hacken, wo die MS Nestroy festgemacht worden war. Spannender konnte kein Zirkusakt sein. Im Rückwärtsgang mussten wir das Hafenbecken verlassen, um an den Hauptarm des Rheins zu gelangen. Auf dem Weg zum Abendessen passierten wir dann die Kranhäuser. Der Fernsehsender VOX ist in Köln stationiert. Deshalb sieht man bei vielen ihrer Sendungen den Dom mit der Hohenzollern Brücke und die Kranhäuser. Natürlich musste ich davon ein Foto machen.

Kranhäuser, Köln

Kranhäuser, Köln

Nach dem Essen gab es in der Panorama Bar einen Vortrag über unseren Gastgeber, dem Rhein, der mit wunderschönen Bildern untermalt war. Deshalb will auch ich einige Daten zu diesem Fluss hier festhalten:

Der Rhein ist mit einer Gesamtlänge von 1.238,8 Kilometern der siebent längste Fluss Europas und fließt auf seinen Weg zur Nordsee durch die fünf Staaten Schweiz, Frankreich, Österreich Deutschland und die Niederlande. Davon sind 883 Kilometer für die Großschifffahrt nutzbar. Sein Quellgebiet liegt im Schweizer Kanton Graubünden. Das dreiarmige Mündungsdelta in die Nordsee liegt in den Niederlanden.

Der Name „Rhein“ geht auf das Indogermanische Hrein für „fließen oder rinnen“ zurück. Mehr als 20 Gemeinden mit über 100.000 Einwohnern säumen die Ufer des Rheins. Viele der wichtigen Städte wie Köln, Mainz, Straßburg und Basel liegen linksrheinisch, da der Rhein lange Zeit die Grenze des römischen Reiches war. Köln ist mit rund einer Million Einwohnern die größte, direkt am Rhein liegende Stadt.

Der Rhein ist heute eine der stärkst befahrenen Wasserstraßen der Welt. Die bestehende Kilometrierung am Rhein ist seit 1. April 1939 gültig. Der Nullpunkt liegt an der alten Konstanzer Rheinbrücke und endet mit Kilometer 1.036,20 bei der Einmündung in die Nordsee westlich von Hoek von Holland. Die vollen Rheinstrom-Kilometer zeigen große, rechtwinklig zur Stromachse an beiden Ufern stehende Tafeln an. Die 500-Meter-Marken tragen ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Die übrigen 100-Meter-Marken (Hektometer), etwa 100 cm×50 cm große Rechtecke und meistens aus Beton, sind direkt im Ufer eingelassen. Sie sind mit den Ziffern 1 bis 4 und 6 bis 9 beschriftet.

Das Obere Mittelrheintal zwischen Bingen/Rüdesheim und Koblenz wurde am 27. Juni 2002 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Welterbegebiet erstreckt sich auf einer Länge von 67 km entlang des Durchbruchstals des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge. Die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft ist der außergewöhnliche Reichtum an kulturellen Zeugnissen.
Interessantes über den Rhein aus einem Zeitungsartikel:

• Auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach, befindet sich mit dem Geysir Andernach der höchste Kaltwassergeysir der Welt.
• 1966 erregte ein Weißwal Aufsehen, der während eines Monats rheinaufwärts bis nach Bonn und wieder zurück ins offene Meer schwamm .
• Der Rhein entwässert auch einen kleinen Teil Italiens: Der Reno di Lei leitet Wasser aus
dem Lago di Lei in der italienischen Provinz Sondrio in den Hinterrhein.
• Der Rhein führt auch einen Teil des Wassers der oberen Donau ab; an mehreren Stellen wird die Europäische Wasserscheide unterirdisch umgangen
• Eigentlich könnte der Rhein auch Aare heißen, denn die Aare ist beim Zusammenfluss mit dem Rhein derjenige Fluss mit der größeren Wassermenge. Die meist sehr alte Namensgebung von Flüssen folgt aber nicht nur den jeweils augenscheinlich größeren Flüssen, sondern gelegentlich auch denen, deren Tal die Richtung beibehält oder stärker besiedelt war.
• Etwa ein Prozent des Alpenrheinwassers umgeht Basel bzw. den Hochrhein, indem es von der Bodensee-Wasserversorgung dem Bodensee bei Sipplingen entnommen und als Trinkwasser in viele Städte in Baden-Württemberg bis nach Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim geführt wird. Via Neckar und Main fließt das Wasser wieder in den Rhein.
• Ein vermutlicher Zahlendreher auf dem Quellenschild am Tomasee bewirkte über Jahrzehnte hinweg in Nachschlagewerken, Lehrbüchern und offiziellen Unterlagen eine falsche Längenangabe (1320 km).
• Bedingt durch von Ufer zu Ufer pendelnde Fahrtrouten weicht mindestens seit 1939 die Kilometrierung der Rheinschifffahrtsstrecken in den Kursbüchern der deutschen Eisenbahnen von der Kilometrierung des Rheins ab.
• 1969 durchschwamm Klaus Pechstein aus Linz am Rhein den Rhein von der Schweiz bis zur Nordsee in 260 Stunden (30 Tage). 2012 scheiterte der Schweizer Ernst Bromeis beim Versuch, diesen Rekord zu brechen. 2014 schwamm der Furtwanger Chemieprofessor Andreas Fath von der Quelle bis zur Mündung; dabei wollte er die Öffentlichkeit für den Gewässerschutz sensibilisieren und Sponsoren für ein Wasseranalysegerät gewinnen.
• Im Juli 2010 legte der Schweizer Corrado Filipponi die 1161 km lange Strecke von Chur bis zur Rheinmündung bei Hoek van Holland mit einem Kajak in der Rekordzeit von 7 Tagen, 10 Stunden und 16 Minuten zurück.

Jetzt Mal geht es den Rhein bergauf! Die ehemalige Hauptstadt Bonn passierten wir als es schon dunkel war. Man konnte jedoch anhand der vielen Lichte erahnen, dass die Stadt Bonn zu den größten Deutschlands zählt. Wir würden auf unseren Weg nach Wien noch einige Flüsse befahren.

MS Nestroy Amsterdam Wien

MS Nestroy Amsterdam Wien

Morgen geht es auf jeden Fall auf die Mosel!

Posted by fegoesrhein 16:07 Archived in Germany

Tag 2

"Königinnentag" in Amsterdam

sunny 10 °C

Ich hatte den Wecker für 8:00 Uhr gestellt, denn Frühstück gab es heute zwischen sieben und neun Uhr. Mutti und ich waren ein eingespieltes Team und schnell fertig. Frühstück gab es vom Buffet. Besonders schön fand ich, dass es immer frische Brötchen gab. Gegen neun Uhr tauschten wir bereits wieder unsere Kabinenschlüssel gegen die Landkarten. Bis 11:30 Uhr mussten wir wieder am Schiff sein – sonst würde es ohne uns ablegen.

Schon am frühen Morgen hatte es an meinem Handy geklingelt und so sollte es den ganzen Tag weitergehen. Nicht nur König Wilhelm der Niederlande hatte heute Geburtstag, sondern auch ich. Dies war auch ein Grund dafür, dass wir gerade diese Reise zu dieser Zeit gemacht hatten. Schon 1991 feierte ich in Holland Geburtstag und wollte dies wieder erleben.

Früher wurde der Königinnentag am 30. April, dem Geburtstag der ehemaligen Königinmutter gefeiert. Königen Beatrix hatte zwar nicht an diesem Tag ihr Fest, sie behielt aber den Geburtstag ihrer Mutter als Königinnentag bei, denn es ist blöd, seinen Geburtstag im Jänner im Freien zu feiern. Der neue König hat jedoch am 27. April Geburtstag und hat auch diesen Tag zum Königstag, einem offiziellen niederländischen Feiertag, gemacht. Das ganze Land wird mit Fähnchen, vornehmlich in orange (weil das Adelsgeschlecht aus dem Hause der Oranier stammt), dekoriert und überall herrscht ausgelassenes Treiben. Alkohol wird allerdings erst nach 11.30 Uhr serviert. Dies wollten wir überprüfen.

Vorerst ging es wieder Richtung Bahnhof, denn dahinter liegt das Stadtzentrum. Der neue Bahnhof mit der schönen, alten Fassade lag mitten in einem neuen Stadtteil mit modernen Hochhäusern. Das Fahrradwegenetz durch die Stadt ist sehr dicht und natürlich sind am Bahnhof viele dieser Bikes abgestellt.

Fahrräder am Bahnhof Amsterdam

Fahrräder am Bahnhof Amsterdam

Die Fahrräder haben alle möglichen Aufbauten, denn mit ihnen wird auch alles Mögliche transportiert. Manche sind auch mit Blumen oder Fähnchen geschmückt.

Fahrräder in einer Wohngracht

Fahrräder in einer Wohngracht

Wir mussten eine Brücke finden, die in die Stadt führt, denn der Bahnhof ist auf drei künstlichen Inseln auf 9.000 Holzpfählen errichtet. Wir entschlossen uns einen Spaziergang in einer ruhigen Wohngracht zu machen, um das Leben in der Hauptstadt Amsterdam ein wenig kennenzulernen. Grachten sind „gegraben“ worden, wo es keinen natürlichen Flusslauf gegeben hatte. Neben diesen Kanälen sind Häuser auf Pfählen erbaut worden. Natürlich geben diese mit der Zeit nach. Deshalb stehen viele dieser Häuser heute schief.

Schiefe Häuser in einer Wohngracht

Schiefe Häuser in einer Wohngracht

Außerdem wurden die Häuser sehr schmal gebaut, denn Steuern wurden nach der Breite der Hausfront eingehoben. Deshalb gibt es im Erdgeschoß fast immer zwei schmale Türen. In den meist vierstöckigen Häusern wohnen zwei Parteien.

Schiefe Häuser in einer Wohngracht

Schiefe Häuser in einer Wohngracht

An den Kais sind Hausboote festgemacht. Auf einem konnte man im angelegten Garten sogar die Tulpen blühen sehen.

Hausboot

Hausboot

In dieser typischen Wohngracht war noch alles ruhig. Es war ja Feiertag und viele werden schon vorgefeiert haben und heute einfach ausschlafen. Diese Idylle der Stadtkulisse aus malerischen Giebelhäusern und baumgesäumten Uferpromenaden mitten in einer Hauptstadt wird man sonst wohl selten finden.

Wohngracht

Wohngracht

Natürlich wollten wir aber auch sehen, wo die Menschen feiern. Wieder suchten wir eine Brücke, die uns in eine andere Gracht brachte. Die Prinzengracht zählt zu den Hauptstraßen der Stadt. Hier findet man auch das bekannte Anne-Frank-Haus. Da es schon gegen 10:00 Uhr war, begann die Stadt lebendig zu werden. In diesem Teil der Stadt gab es viele kleine Lokale. Die meisten waren mit orangen Luftballonen und blau-weiß-roten Fahnen geschmückt. Egal welche Nationalität der Besitzer der Kneipe hatte, alle machten mit – ob Chinese, Pizzeria oder Kebabbude.

Amsterdam feiert Königstag

Amsterdam feiert Königstag

Auch die Auslagen waren zum Teil in orange dekoriert. Es gab oranges Gebäck und Aperol war eines der meist getrunkenen Getränke. Da es schon gegen 11:00 Uhr war, begaben wir uns Richtung Bahnhof. Hier strömten immer mehr Leute aus dem Gebäude. Die meisten waren verkleidet oder hatten zumindest orange Hüte auf oder orange Federboas umgehängt.

Dann plötzlich sah ich den König und musste natürlich ein Foto mit ihm haben.

Geburtstag am Königstag

Geburtstag am Königstag

Schön langsam kehrten die Passagiere auch zum Schiff zurück. Wir tauschten unsere Landkarten gegen die Kabinenschlüssel. Wir gingen gleich in die Panoramabar, um einen Platz in vorderster Reihe zu erhalten, denn Mittag würden wir auslaufen und den weiteren Tag am Schiff verbringen. Von der vielen Bewegung waren wir durstig geworden. Ich bestellte mir zu Feier des Tages einen Hugo, der zu meinem Stammgetränk werden würde.

Hugo zur Feier des Tages

Hugo zur Feier des Tages

Um 12:00 Uhr legten wir ab und sagten Amsterdam „Ade“. Die Sailaway-Party fand bei schönem Wetter auf dem Sonnendeck Platz. Beim Auslaufen konnten wir holländischen Matjes mit Zwiebeln und sauren Gurken probieren. Wer wollte, konnte sich einen Genever, eine weitere holländische Spezialität, dazu leisten. Ich holte für Mutti und mich etwas vom Fisch. Am Sonnendeck windete es etwas und so genossen wir die Spezialität in der Panoramabar.

Matjes

Matjes

Gerade als wir es uns richtig gemütlich gemacht hatten, ertöntes eine ohrenbetäubendes Geräusch – Rettungsübung. Wir wurden alle angehalten, uns ruhig zu verhalten und auf das Sonnendeck zu gehen. Dort mussten wir ein Spalier machen, damit alle folgenden Passagiere nach Hinten durch gehen konnten. Von Vorne wurde damit begonnen, die Schwimmwesten zu verteilen. Erst als jeder seine Schwimmweste richtig umgebunden hatten und das Zählergebnis stimmte, konnte jeder wieder seiner Wege gehen.

Rettungsübung mit Stefi und Joschi

Rettungsübung mit Stefi und Joschi

Gleich nach dem Probealarm wurde das Sonnendeck abgebaut, denn schon passierten wir die ersten niedrigen Brücken, die über den Kanal führten.

Brücken über den Amsterdam-Rhein-Kanal

Brücken über den Amsterdam-Rhein-Kanal

Viele kleine Siedlungen säumten die Ufer des Kanals, der vom Amsterdam in den Rhein führte. Die Häuser waren zum Teil mit der rot-weiß-blauen holländischen Flagge geschmückt oder mit orangen Fähnchen und Luftballons. Entlang des Kanals herrschte reges Treiben. Fleißig fuhren heute die Schnellzüge Richtung Amsterdam. Wer konnte, wollte an den Geburtstagsfeierlichkeiten in der Hauptstadt teilnehmen.

Um 12:45 Uhr wurden wir über Lautsprecher zum Mittagsmahl gerufen. Das Mittagessen wurde immer in Buffetform serviert. Eine warme Suppe und eine Kleinigkeit wurden immer in der Panoramabar angeboten. So war es wichtig, jeden Morgen den aufliegenden Speiseplan zu studieren, damit man wusste, wo man essen wollte. Als Geburtstagsgeschenk gab es speziell für mich Szegediner Gulasch. Überhaupt gab es immer wieder ungarische Spezialitäten. Wie sich herausstellte war nicht nur der Restaurantleiter ein Ungar, sondern auch der Chefkoch.

Anstatt einen Mittagsschlaf in der Kabine zu machen, entschlossen wir uns wieder am Heck des Schiffes in der Panorama Bar Platz zu nehmen. Von hier aus hatte man einfach die beste Aussicht auf das Geschehen am Kanal. Mit 17 km/h glitten wir am Wasser dahin. Es war Frühling. Deshalb waren die Wiesen, auf denen Schafe grasten, besonders grün. Es blühten auch die japanischen Kirschbäumchen in rosa, das Spalierobst in weiß, die Forsythien in Gelb und die Trauerweiden zeigten sich im schönsten Frühlingsgrün. Jogger und Radfahrer nutzten den parallel zum Kanal verlaufenden Weg gleichermaßen. Über viele Brücken konnten sie von einem zum anderen Ufer wechseln.

Brücken über den Rhein Kanal

Brücken über den Rhein Kanal

Auch in den am Ufer liegenden Lokalen wurde fleißig gefeiert. Immer wieder sah man auch Fischer, die bereits ihre Zelte am Ufer für das lange Wochenende aufgeschlagen hatten. Kurz nach dem Mittagessen erreichten wir die moderne Großstadt Utrecht. Hier sahen wir ein Tandem, das zwei Hartschalenkoffer angehängt hatte. Eine wohl nicht so bequeme Art zu verreisen.

Radfahrer am Amsterdam-Rhein-Kanal bei Utrecht

Radfahrer am Amsterdam-Rhein-Kanal bei Utrecht

Danach fuhren wir auch schon in die erste von 72 vor uns liegenden Schleusen ein. Für jeden Schleusenvorgang benötigt man rund eine halbe Stunde. Dann könnt ihr euch ausrechnen, wieviel Zeit man schon dafür benötigt. Da unser Schiff eines der größten, besser gesagt der breitesten ist, die den Rhein befahren können, war es jedes Mal wieder eine Herausforderung für den Kapitän das 11,45 m breite Schiff in die 12 m breite Schleuse zu manövrieren. Auch die Matrosen hatten alle Hände voll zu tun, das Schiff während des Hebe- oder Senkvorgangs mit Leinen in Position zu halten, damit wir nicht allzu oft die Schleusenwand tuschierten.

In der Schleuse

In der Schleuse

Damit die Zeit in der Schleuse schneller vergeht, wurde uns Kaffee und Kuchen serviert. Als wir aus der Schleuse ausfuhren, hatten wir noch das Glück, eine für Holland so typische Windmühle zu sehen. Von den Tulpenfeldern, die um diese Zeit so herrlich blühen, würden wir wohl nichts mehr sehen, den lange würden wir nicht mehr in Holland unterwegs sein. Bald schon würden wir den 72 km langen Kanal, der Amsterdam mit dem Rhein verbindet, verlassen. Die Prinzessin-Irene, Prinzessin Marijke und die Prinz-Bernhard-Schleuse mussten überwunden werden, bevor wir in die Waal einbogen. Um 17:15 Uhr - kurze Zeit später mündete die Waal dann bei Millingen in den Rhein und somit hatten wir auch die deutsche Grenze erreicht.

Windmühle in Holland

Windmühle in Holland

Auf dem Rhein kamen uns gleich riesige Frachtschiffe entgegen. Wir hatten die stärkst befahrene Wasserstraße der Welt erreicht. Da wir bald zum Willkommens-Cocktail des Kapitäns und zum Galadinner gerufen werden würden, begaben wir uns in die Kabine, um uns umzuziehen. Ich hatte mit ja extra für den heutigen Abend ein Kleid in orange gekauft – eben passend zum Königstag. Pünktlich um 18:30 Uhr empfing uns Kapitän Csaba Kiricsi mit einem Glas Sekt in der Panorama Bar. Die leitenden Offiziere wurden uns vorgestellt.

Leitende Offiziere der MS Nestroy

Leitende Offiziere der MS Nestroy

Maitre Csaba Mates erwartete uns dann mit seinem Team im Restaurant. Serviert wurde ein mehrgängiges Galadinner, das ausgezeichnet war. Während des Desserts öffnete sich die Tür zur Küche. Heraus kam unser Bordmusiker Paul mit Gitarre und Hut in der Form einer Geburtstagstorte. Gut, dass sie einer Dame auf der anderen Seite des Speisesaales zum Geburtstag gratulierten. Doch nach etwa zehn Minuten ging die Türe wieder auf und dasselbe von Vorne – nur diesmal in meine Richtung. Es wurde mir zu Ehren Happy Birthday gesungen und ich bekam so manches Küsschen von den Crewmitgliedern. Meine kleine Geburtstagstorte teilte ich mit unseren Tischnachbarn.

Meine Geburtstagstorte

Meine Geburtstagstorte

Geburtstag

Geburtstag

Auch unsere Tischnachbarn gratulierten und entschuldigten sich, dass sie keine Blumen besorgen hätten können. Danach wurde noch in der Panorama Bar auf den schönen Tag angestoßen. Als wir in unsere Kabine zurückkehrten, wurden wir nochmals überrascht. Wir wurden herzlich empfangen.

Herzlicher Empfang in der Kabine

Herzlicher Empfang in der Kabine

Posted by fegoesrhein 16:25 Archived in Netherlands

Tag 1

Flug in das Venedig des Nordens

overcast 16 °C

Wir hatten unsere Sachen für die eine Nacht schon in den Rucksack gepackt, damit wir die großen Koffer nicht mehr öffnen brauchten. Das Zimmer hatte ich auch bereits bezahlt und so konnten wir etwas länger schlafen und den Tag in Ruhe beginnen. Wir gingen über die Straße und nahmen den gegenüberliegenden Hintereingang zum Bahnhof. Über eine Rolltreppe gelangten wir auf den Bahnsteig. Nur kurz war die Wartezeit auf den um 8:11 Uhr abfahrenden Railjet zum Flughafen Wien Schwechat. Am Bildschirm für Abflüge suchten wir unseren Terminal für den Check-In. Ich wusste, dass Nicki Fly in einem abgelegenen Terminal seine Heimat hat.

So dauerte der Gang vom Bahnsteig bis zum Check-In gute zwanzig Minuten. Wir mussten mit Rolltreppen, Liften und Förderbändern von einem Haus zum anderen gelangen. Froh war ich, als ich beide Koffer los war. Mit unseren Rucksäcken mussten wir dann nur noch den Sicherheitscheck überstehen. Da dies alles mit Zeit verbunden ist, gingen wir gleich dorthin. Danach hatten wir uns das Frühstück im Demel am Flughafen auch verdient.

Mit einigen Minuten Verspätung startete unser Sonderflug mit dem Airbus 321 nach Amsterdam. Fast alle Passagiere wollten auch auf unser Schiff. Beim Anflug auf Amsterdam sah ich einige bunte Felder. Die Tulpen standen in voller Blüte. Nachdem wir unser Gepäck unversehrt am Laufband abgeholt hatten, gingen wir in die Halle, wo bereits Reiseleiter mit verschieden färbigen Tafeln mit der Aufschrift MS Nestroy auf uns warteten. Wir waren im Bus Nr. 4 eingeteilt worden. Ein netter junger Mann begleitete uns zu den bereitstehenden Bussen und um etwa 14:00 Uhr starteten wir zur Stadtrundfahrt in Amsterdam.

Anflug auf Amsterdam

Anflug auf Amsterdam

Eigentlich sollte diese erst am nächsten Tag stattfinden. Sie wurde vorgezogen, da morgen viele Straßen- und Wasserwege wegen des Staatsfeiertages überlastet sein würden. Schon ging es mit den Informationen los. Der Flughafen Amsterdam Schiphol hatte im Vorjahr ein Flugpassagieraufkommen von 58 Millionen. Die staatliche Fluggesellschaft KLM wurde 1919 gegründet. Holland hat etwa 17 Millionen Einwohner. Die größte Breite des Landes beträgt 320 Kilometer. Man hat das Land der Breite nach also bald durchfahren. Die Fläche beträgt 440.000 km². Der tiefste Punkt des Landes liegt 6,75 m unter dem Meeresspiegel.

Die Hauptstadt Amsterdam, die gleichzeitig die größte Stadt des Landes ist, hat 850.000 Einwohner. Der Regierungssitz ist allerdings Den Haag. Die 850.000 Einwohner besitzen über eine Million Fahrräder. Das Rad ist das beste Verkehrsmittel in der Stadt. Zurzeit waren Frühlingsferien, deshalb war es in der Stadt etwas ruhiger. Natürlich fiel uns auch gleich auf, dass wir viele Brücken überfuhren. Wir waren im Venedig des Nordens gelandet. Amsterdam liegt an der Amstel, was so viel wie bewässertes Gebiet bedeutet. Schon im Mittelalter wurde vom Fluss ausgehend das Moorgebiet trockengelegt. Heute (Betonpfeiler) wie gestern (Holzstämme) werden die Gebäude auf Pfählen errichtet.

Vorerst fuhren wir am Olympiastadion vorbei. Die Sommerspiele 1928 haben in Amsterdam stattgefunden. Das Concertgebouw gilt wegen seiner hervorragenden Akustik als einer der besten Konzertsäle der Welt für klassische Musik. Schon von weitem sah man den goldenen Violinschlüssel leuchten.

Konzerthalle, Amsterdam

Konzerthalle, Amsterdam

Eine andere Art der Unterhaltung wird in Walletjes, dem berühmt berüchtigtem Rotlichtviertel angeboten. In den großen Auslagen sah man Damen, die sich zur Schau stellten. Danach erreichten wir den Museumsplatz mit dem reichverzierten Reichsmuseum. Es beherbergt eine große Sammlung aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande. In unmittelbarer Nähe liegen auch das Van Gogh und das Städtische Museum.

Reichsmuseum, Amsterdam

Reichsmuseum, Amsterdam

Eine Kunst soll es auch sein, ein gutes Bier zu brauen. Die Niederlande haben einige gute Brauereien. Die Firma Heineken hat den Betrieb der Brauerei im Stadtzentrum zwar eingestellt – aus dem Gebäude wurde aber Heineken Experience. Dort kann man die Kunst des Brauens und der Verkostung erleben. Die jüdische Synagoge ist eine der größten der Welt. Sehenswert ist auch der Neubau des Opernhauses.

Opernhaus

Opernhaus

Leider war in der Zwischenzeit der blaue Himmel den schwarzen Wolken gewichen. Jeden Moment musste mit Regen gerechnet werden. Gerade jetzt war der Rundgang über den einzigartigen Blumenmarkt geplant. Unseren Schirm nahmen wir mit, aber beim aufkommenden Wind würde der nicht viel helfen. Gut, dass wir unsere dicken Jacken mit Kapuze anhatten. Natürlich wurden am Blumenmarkt zu dieser Jahreszeit Tulpen in allen Arten angeboten – ob aus Holz zur längeren Haltbarkeit, aus Plastik als Kühlschrankmagnet, als Frischblumen und natürlich auch als Zwiebel, die als eine der Hauptexportgüter gilt.

Blumenmarkt, Tulpen aus Amsterdam

Blumenmarkt, Tulpen aus Amsterdam

Blumenmarkt, Tulpenzwiebel aus Holland

Blumenmarkt, Tulpenzwiebel aus Holland

Da es stark zu regnen begonnen hatte, standen wir bei einem Marktstand unter. Den Regenguss verbrachten wir in einem Käseladen, wo man gratis Käse verkosten konnte. Natürlich ist Holland auch für seinen Käse bekannt. Das war eine angenehme Art, das Ende des Regens abzuwarten. Wir mussten jedoch zurück zum Bus, ob mit oder ohne Regen. Der Bus wartete an einer der vielen Grachten auf uns.

Grachten in Amsterdam

Grachten in Amsterdam

Bei strömenden Regen ging die Fahrt mit dem Bus durch die Stadt Richtung Hafen weiter. Mit 80 x 56 Metern als Rathaus erbaut, ist der heutige Königspalast das größte Rathaus der Welt. Nach der französischen Revolution sorgte Napoleon dafür, dass das Rathaus zum Königspalast wurde. Leider waren in der Zwischenzeit die Scheiben so beschlagen, dass man kein Foto mehr von diesem Prachtbau machen konnte.

Hinter dem reichverzierten Hauptbahnhof aus dem Jahre 1889 liegt der Schiffsanleger. Dort wartete die MS Nestroy auf uns. Zum Glück hatte der starke Regen aufgehört, denn die Koffer wurden nach den Decks, wo sie hinkommen sollten, am Kai sortiert. Alle Passagiere mussten die Reisepässe gegen Kabinenschlüssel tauschen. Während die Koffer auf die Kabinen gebracht wurden, erhielten wir um 16:30 Uhr in der Panoramabar von unserem Kreuzfahrtleiter Tim Meyle Informationen zum Leben an Bord, über das Schiff und den am Abend stattfindenden fakultativen Ausflug. Mutti und ich hatten schon 1991 bei Schönwetter eine Grachtenfahrt durch die Stadt der 1200 Brücken gemacht. Bei Schlechtwetter wäre es nur halb so schön. Es wäre auch fein, etwas auszurasten für den Tag, der kommt.

Mutti ließ ich in der Bar sitzen und ich schaute, ob die Koffer schon in der Kabine eingetroffen waren. Tatsächlich standen sie da. Ich packte gleich aus. Dann nahm ich den Zettel mit unserer Tischnummer im Speisesaal, den ich bei den Unterlagen in der Kabine vorgefunden hatte und begab mich wieder in die Bar. Es gab ein frühes Abendessen um 17:30 Uhr, denn um 19:30 war Abmarsch zur Grachtenrundfahrt, wer mit wollte.

Wir begaben uns nach Desinfektion unserer Hände in den Speisesaal. Dort wurden wir vom ungarischen Restaurantleiter freundlich begrüßt. Unser Kellner Daniel brachte uns zum Tisch, der uns zugewiesen worden war. Alle Tische boten Platz für vier Personen und so warteten wir auf die Überraschung, wer denn wohl unsere Tischnachbarn für die nächsten elf Tage werden würden. Ein Ehepaar aus Niederösterreich wurde uns zugeteilt und wie wir im Laufe der Reise feststellen konnten, hätten wir es nicht besser treffen können. Mit Steffi und dem unterhaltsamen Josi haben wir viele schöne Stunden verbracht.

Daniel nahm unsere Getränkebestellung auf und am heutigen Abend durften wir uns von einem reichhaltigen Buffet bedienen. Nach dem Essen wollten wir uns noch die Füße ein wenig vertreten. Am nahegelegenen Bahnhof würde es sicher ein Geschäft geben, in dem man Trinkwasser kaufen konnte. Wir wollten uns einen Vorrat für unsere Reise anlegen. Schnell waren die Schlüssel an der Rezeption gegen Landkarten getauscht und wir gingen Richtung Bahnhof. Gleich neben dem Gehsteig führte eine Straße, die nur für Radfahrer angelegt worden war. Dort herrschte auch reger Verkehr. Als wir vor dem Bahnhof diesen Radweg überqueren wollten, hatten wir Probleme auf die andere Seite zu gelangen.

Der Bahnhof war neu und riesengroß. Nach langem Suchen fanden wir endlich ein Geschäft, das Mineralwasser verkaufte. Die Lokale waren alle voll. Viele stimmten sich schon auf den morgigen Geburtstag des Königs ein. Auch wir wollten noch in die Panoramabar, in der wir sicherlich während unserer Reise noch viel Zeit verbringen würden. Bevor sich Mutti allerdings in unsere Kabine begab, sollte sie das Schiff etwas Kennenlernen.

Die MS Nestroy ist ein Schiffsneubau aus dem Jahr 2006/2007 und wurde Ende April 2007 in Dienst gestellt. Das Schiff fährt unter Schweizer Flagge; Betreiber ist die Reederei „SCI-Swiss Cruises International“ mit Sitz in Basel/Schweiz. Die MS Nestroy hat eine Gesamtlänge von 125m, eine Breite von 11,45m, einen Tiefgang von 1,55m sowie eine Höhe (über Wasserspiegel) von 6m. Es verfügt über gesamt 4 Decks, von unten nach oben: Grillparzer-Deck, Schiller-Deck, Goethe-Deck, Sonnendeck. Sie wird uns 12 Tage lang als Heimat dienen.

MS Nestroy

MS Nestroy

Insgesamt gibt es am Schiff 113 Kabinen, davon 41 Kabinen am Goethe-Deck sowie 37 Kabinen am Schiller-Deck mit französischem Balkon und 35 Kabinen am Grillparzer-Deck mit nicht zu öffnenden Fenstern. Sämtliche Kabinen sind als Zweibett-Kabinen (ca. 12m²) ausgestattet, wobei untertags das Bett in eine Couch umgewandelt werden kann. Auf dem Schiller-Deck und Goethe-Deck gibt es zusätzlich noch je 2 Suiten mit ca. 17m². Alle Kabinen sind mit Dusche/ WC, TV, Bordtelefon, Safe, Heizung und 220 Volt ausgestattet. Das Schiff ist vollklimatisiert, wobei jede Kabine individuell geregelt werden kann. Unsere Kabine liegt am Grillparzer Deck und sieht ungefähr so aus:

MS-Nestroy_Standardkabine-Grillparzerdeck

MS-Nestroy_Standardkabine-Grillparzerdeck

Das Foyer, die Rezeption sowie das Restaurant befinden sich auf dem Schiller-Deck. Am Goethe-Deck befindet sich im Bug des Schiffes die gemütliche Panorama-Lounge sowie im Heck eine kleine Bar im Freien. Irgendwo müssen auch die Raucher Platz finden, ihrem Laster nachzukommen. Am Sonnendeck kann man sich auf den Sonnenliegen und Stühlen wie auch im Schatten unter dem Sonnendach so richtig entspannen. Die MS Nestroy hat als eines von wenigen Flusskreuzfahrtschiffen einen Aufzug, der die Gäste komfortabel zwischen den Decks mit Kabinen befördert.

MS Netroy Deckplan

MS Netroy Deckplan

Wir hatten überhaupt die letzte freie Kabine ergattert. Diese Fahrt von Amsterdam nach Wien findet nämlich nur zweimal jährlich statt und ist deshalb heiß begehrt. Für die nächste Fahrt, die am 22. Oktober beginnt, gibt es bereits seit zwei Monaten keine Kabine mehr.
Wir würden die Nacht ja im Hafen von Amsterdam verbringen. Heute Nacht sollte das Wasser nicht plätschern und Mutti auch von der Aufregung des Tages gut schlafen.

Posted by fegoesrhein 16:20 Archived in Netherlands

Tag 0

Mit dem Zug nach Wien

semi-overcast 8 °C

Um 10:30 Uhr hat uns Gusti abgeholt und zum Bahnhof St. Veit gebracht. Ihr an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön. Schnell habe ich uns beim Billa gegenüber vom Bahnhof eine Jause geholt.

Der Zug war pünktlich und eine weitere aufregende Reise konnte beginnen. Von der Bahntrasse aus hat man einen schönen Blick auf die Burg Taggenbrunn und auf die Hochosterwitz. Man sieht die Dinge aus dieser Perspektive ganz anders als von der Straße aus. Schnell ließen wir Kärnten und die Steiermark hinter uns und erreichten den Semmering. Über die Berge stürmte es und es schneite nicht senkrecht sondern waagrecht. Niederösterreich begrüßte uns jedoch mit einem blauen Himmel.

Noch nie waren wir am neuen Wiener Hauptbahnhof und so mussten wir erst unseren Weg ins StarInn Hotel am Bahnhof suchen. Tatsächlich lag das Hotel wie beschrieben nur 60 m entfernt. Wie fast immer windete es in Wien und wir waren froh, Jacken mit Kapuzen zu haben. Schnell hatten wir eingecheckt – 10. Stock mit Blick über Wien. Trotz Nähe zum Bahnhof befindet sich das Hotel in ruhiger Lage.

Nach einer kurzen Rast starteten wir zum nahegelegen Schloß Belvedere. In vornehmem Weiß und Zartgelb leuchteten die gefüllten Tulpen und Stiefmütterchen. Als wir einen Blick auf das Untere Belvedere werfen wollten wurden wir vom Schnee überrascht, der gut zum aufgestellten Plastikschneemann passte. Kurz darauf schien wieder die Sonne auf das bunte Dach des Stefansdomes, denn ich schon lange nicht mehr von dieser Seite gesehen hatte. Wir hatten in den letzten Jahren immer in der Schönbrunner Gegend übernachtet und so war es ganz schön wieder eine andere Ecke von Wien kennenzulernen.

Wien, Schloß Belvedere

Wien, Schloß Belvedere

Dem Botanischen Garten mussten wir auch noch einen Besuch abstatten. Wir waren überrascht, hier schon blühende Peony zu finden.

Peony, Botanischer Garten, Wien

Peony, Botanischer Garten, Wien

Mutti passte mit ihrer Jacke farblich genau zur Blütenpracht der Azaleen. Über Megafon wurden die Besucher aufgefordert, den Park zu verlassen, da die Tore in Kürze geschlossen werden würden.

Azaleen, Botanischer  Garten, Wien

Azaleen, Botanischer Garten, Wien

Am Bahnhof fanden wir Zuflucht vor dem starken Wind und den wieder beginnenden Regen. Dort gab es noch in einem Wienerwald etwas vom Huhn, bevor wir ins gegenüberliegende Hotel zurückkehrten.

In der Zwischenzeit hat sich der Blick von unserem Zimmerfenster aus verändert – nicht die Weinberge in Nussdorf säumten den Horizont, sondern das Lichtermeer der Stadt.

Posted by fegoesrhein 12:39 Archived in Austria

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