A Travellerspoint blog

Tag 2 Fortsetzung

DIE PANONISCHE TIEFEBENE

sunny 29 °C

In der Nacht wurden wir von einem lauten Motorengeräusch geweckt. Auch hatte das Schiff leicht tuschiert. Kurz nach Mitternacht sind wir in die Schleuse des Kraftwerkes Gabcikovo eingefahren und mit dem Schiff etwa 20 m gesenkt worden. Der Schleusenvorgang hat eine gute Dreiviertelstunde gedauert und für Mutti war da an Schlaf nicht mehr zu denken. Als wir die Schleuse verlassen hatten, erreichten wir wieder ruhiges Fahrwasser und das Schiff glitt fast lautlos dahin.

Als am Morgen unser Wecker abging, lag das Schiff schon in Esztergom vor Anker. Wir trafen uns mit Gusti und Peter im Speisesaal zum Frühstück. Das wurde in buffetform gereicht. Nach einem herzlichen „Guten Morgen“ begannen wir unser Frühstück – jeder nach seinem Gusto – zusammenzustellen und an den Tisch zu transportieren. Kaffee wurde serviert. Für Tee standen Teekannen und heißes Wasser bereit. Neben dem obligaten Müsli, Jogurt, frische Früchte und Ceralien gab es natürlich auch Wurst, Käse, Marmelade und verschiedenes Gebäck. Außerdem standen noch Rührei mit Speck und Röstkartoffeln in Warmhaltebehältern zur Entnahme bereit. Jeder der suchte, fand auch was sein Herz begehrte. Für die Süßen gab es noch Kipfel und Kuchen.

Am Vorabend hatten wir schon eine Fahrt mit einem Bähnchen auf den Burghügel hinauf gebucht. Der Anstieg war etwas steil und so hatten wir auch die Möglichkeit, ein wenig von der Stadt zu sehen. Unser Schiffanleger lag direkt neben der Maria-Valeria-Brücke, benannt nach der jüngsten Tochter der Kaiserin Sissi. Die Freundschaftsbrücke, wie sie noch genannt wird, verbindet Esztergom mit dem am slowakischen Ufer liegenden Ort Sturovo. Wir gingen ein kleines Stückchen zu Fuß entlang der Donau bis zur Haltestelle der Bahn. Die anderen Passagiere des Schiffes bestiegen den steilen Burghügel auf dem die altertümliche Festung und der imposante Dom thronen.

Blick auf den Burghügel mit der St. Adalbert Kathedrale in Esztergom

Blick auf den Burghügel mit der St. Adalbert Kathedrale in Esztergom

Die Stadt Esztergom ist mit etwa 30.000 Einwohnern eine der ältesten Städte Ungarns und der Dom galt lange Zeit als das Zentrum der Römisch Katholischen Kirche in Ungarn. Die kleine Fußgängerzone war recht belebt. Sonst gibt es in der Stadt noch viele postsozialistische Wohnbauten, die schon in die Jahre gekommen sind und dringend einer Renovierung unterzogen werden müssten. Viele der alten Jugendstil Stadtvillen waren dem Verfall preisgegeben. Die Fenster waren mit Sperrholzplatten verriegelt worden. Aber es gibt ein modernes Erlebnisbad mit langer Wasserrutsche und Wellness Paradies.

Die Kathedrale Unserer Lieben Frau und des heiligen Adalbert ist die größte Kirche Ungarns und die drittgrößte Europas. Von der Donauseite aus hatte ich sie bereits 2014 bei unserer Flusskreuzfahrt vom Schwarzen Meer nach Passau gesehen. Mutti hatte sogar schon vor 33 Jahren die 410 Stufen in die Kuppel bestiegen und von dort aus den herrlichen Blick auf die pannonische Tiefebene genossen. Leider wurde das Stiegenhaus gerade renoviert. Als wir den Burghügel mit dem Bähnchen erreicht hatten, tummelten sich außer den vielen auswärtigen Besuchern noch viele Arbeiter am Vorplatz der Kirche. Der Rasen wurde gerade gemäht. Der Dom hatte so viele Säulen, dass er fast einem griechischen Tempel ähnelte. Unter dem reich verzierten Giebeldreieck stand der Spruch „Kopf, Mutter und Lehrerin der ungarischen Kirche“.

St. Adalbert Kathedrale in Esztergom

St. Adalbert Kathedrale in Esztergom

Unsere Führerin kaufte rasch die Eintrittskarten und schon konnten wir ins Innere der Kirche. Rechts vom Eingang wies sie uns noch auf eine Gedenktafel von Franz List hin. Der Komponist hatte zur feierlichen Einweihung des Doms 1856 die Graner Messe geschrieben. Ich wurde von der Helligkeit und der Größe des Domes überwältigt. Von der Krypta bis zum Kreuz beträgt seine Höhe 100 Meter. Der nach den Plänen der Architekten Janos Packh und Jozsef Hild erbaute Dom hat eine Breite von 50 Metern. Das Kirchenschiff ist 120 Meter lang. Die mit viel Gold verzierte 70 Meter hohe Kuppel hat einen Durchmesser von 33 Metern und soll den Sternenhimmel darstellen. Circa 8.500 Leute können hier stehend am Gottesdienst teilnehmen.

Kuppel St. Adalbert in Esztergom

Kuppel St. Adalbert in Esztergom

Unsere Gruppe setzte sich auf die Kirchenbänke, denn die Ausführungen unserer Begleiterin sollten ungefähr eine Stunde dauern. Die Kathedrale war voller Schätze. Es gab nicht nur den großen Hauptaltar mit dem größten Altarbild der Welt, sondern auch viele bedeutende Nebenaltäre. Der rechte Seitenaltar zeigte ein Bildnis von König Gellert (Gerhard) über die Entstehungsgeschichte Ungarns. Der Maler hatte sogar die Kathedrale auf dem Gemälde verewigt. Noch gewaltiger ist jedoch das vom italienischen Maler Michelangelo Grigoletti gemalte Hauptaltarbild. Die Darstellung der Himmelfahrt Marias ist mit seiner Größe von 13,5 mal 6,5 Metern das größte Gemälde, das je auf einem Stück Leinwand geschaffen wurde. Der davorstehende vergoldete Altar blendete im Licht der Sonnenstrahlen.

Größte Altarbild der Welt in Esztergom

Größte Altarbild der Welt in Esztergom

Einen kurzen Blick warfen wir noch in die italienische Kapelle, in der ungarische Kardinäle in Kunstwerken aus rotem Marmor bestattet sind. Die byzantinisch anmutende Kuppel der Kapelle erstrahlte in Gold. Die mit 3.350 Pfeifen ausgestattete Orgel wurde vom Orgelbaumeister Ludwig Mooser aus Salzburg 1856 zur Einweihung des Doms fertiggestellt. Ihren spektakulären Klang verdankt sie den 147 Registern, 38 Stimmen und der hervorragenden Akustik innerhalb der Kathedrale. Für einen Besuch der Schatzkammer und der Krypta hatten wir leider keine Zeit.

Drittgrößte Orgel Europas

Drittgrößte Orgel Europas

Beim Ausgang hatte man einen schönen Blick auf die Festung. Schon zur Römerzeit war hier ein Kastell gewesen. Fürst Geza war 971 der erste Herrscher, der diesen Aussichtsplatz als Ort für eine ständige Residenz wählte. Während der Kriege mit den Osmanen wurde die Burg mehrmals zerstört und der vergrabene Regierungssitz wurde erst 1934 wieder freigelegt. Vom Burgberg aus hatten wir einen grandiosen Blick auf die Donau, wo unser Schiff lag, auf die Marie Valeria Brücke und auf die umliegende Umgebung.

MS Primadonna am Anleger Esztergom

MS Primadonna am Anleger Esztergom

Danach ging die Fahrt mit dem Bähnchen wieder talwärts. Kurz bevor wir das Schiff erreichten, ließ der Kapitän schon warnend das Signalhorn blasen. Um 10:30 Uhr hieß es schon wieder Leinen los und der Kapitän konnte sich keine Verspätung leisten, denn es stand heute noch viel auf dem Programm. Wieder an Bord zurückgekehrt, wechselten wir die langen gegen kurze Hosen ein und suchten uns einen schönen, windgeschützten Platz am Sonnendeck, wo für ein paar Stunden „Relaxen“ angesagt war. Ein kühles Getränk ließ den Esztergomer Burghügel mit der Festung, der Kathedrale, der Vizivaros Kirche mit dem alten Bischofpalast in der Wasserstadt und der Statue des Heiligen Stefan in einem noch schöneren Licht erscheinen.

Burgberg Esztergom

Burgberg Esztergom

Einige Damen wagten sich ins kühle Nass des kleinen Whirlpools. Später übernahmen die einzigen zwei Kinder, die sich an Bord befanden, mit ihren Eltern den Suppentopf. Wir ließen die Landschaft an uns vorüberziehen. Waren wir bisher auf der Donau stets gegen Osten gefahren, wechselten wir jetzt unsere Fahrtrichtung auf Süd. Beim sogenannten Donauknie durchfließt die Donau beinahe in einem rechtwinkeligen Knick ein Mittelgebirge, das sich als ungarische Schweiz bezeichnet. Das etwa 70 Kilometer lange Gebiet, das sich von Esztergom bis kurz vor Budapest erstreckt, wurde durch die Erklärung zu einem Nationalpark geschützt und ist vor allem bei Fischern und Wanderern sehr beliebt.

Zum Glück ist es nicht mehr zum Bau des Donaukraftwerkes gekommen, das laut Plänen der sozialistischen Regierung hier hätte errichtet werden sollen. Einen Prachtbau am Ufer hat dieses Regime doch hinter lassen – das Hotel des Lepence Thermalbades, dessen terrassenförmige Becken mit 36 bis 38 Grad warmen Wasser gefüllt sind. Danach tauchte auf einem 320 m hohen Berg Visegrad mit der um 1247 entstandenen Burg, der Zitadelle mit dem Salomonturm und dem ab 1323 entstandenen Königspalast auf. Da es am Schiff keinen Kreuzfahrtdirektor gab, wies der Kapitän unseres Schiffes durch das Abspielen eines Tonbandes auf verschiedene Sehenswürdigkeiten hin. Sonst wurden wir von der Hoteldirektorin mit Informationen versorgt.

Burg Visegrad mit Salomonturm

Burg Visegrad mit Salomonturm

Visegrad lebt noch heute vom Glanz seiner Vergangenheit. Im 14. Jh. besaß die Stadt mit dem Königspalast den damals größten Gebäudekomplex in Ungarn. Seine Brunnen waren aus rotem Marmor, die Hallen hatten vergoldete Säulen. Ballspielsäle und weitläufige Gärten mit Fischteichen haben den Palast weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Schon 1335 war der Sitz des ungarischen Königs Schauplatz des Gipfeltreffens der Könige von Polen, Böhmen und Ungarns. Aus dieser Versammlung entstand auch im Feber 1991 die Erklärung von Visegrad, in dem sich die Staatschefs Ungarns, Polens und der Tschechoslowakei zur Zusammenarbeit auf den Gebieten Regionales, Wirtschaft und Kultur in Europa verpflichteten.

Kurz nach Visegrad teilt sich die Donau. Die Sportboote können auf den landschaftlich schönen, aber für große Schiffe zu schmalen St. Andreas Arm nach Budapest fahren. Wir nahmen den Hauptarm, der an der mittelalterlichen Stadt Vac vorbeiführt. Hier steht der einzige Triumphbogen Ungarns, der 1764 zu Ehren von Kaiserin Maria Theresia, dem damaligen Staatsoberhaupt von Ungarn anlässlich eines offiziellen Besuches in der Stadt errichtet wurde. Vom Fluss aus sah man hinter den hohen Hochwasserschutzmauern viele Kirchtürme herausragen.

Um 12:00 Uhr wurden wir zum Mittagessen gerufen. Das Essen war immer hervorragend – aber die Joghurtnocken, die mit getrockneten Blüten bestreut waren, waren der beste Teil des Menüs. Nach dem Essen gingen wir nicht mehr auf das Sonnendeck, da es dort zu heiß geworden war. Wir begaben uns in die Primavista Bar, wo die Aussicht genauso schön war. Allerdings war es hier klimatisiert und man spürte die Wärme von Draußen nur, wenn man an einem Sonnenplatz direkt am Fenster saß.

Die 38 Kilometer lange St. Andrä Insel ist Bestandteil des Donau-Ipoly-Nationalparkes. In der kleinen Stadt St. Andrä am Westufer der Insel haben sich viele Künstler angesiedelt. Auf der Insel selbst ist man mit dem Fahrrad unterwegs. Die 56 km² große Fläche wird als Naherholungsgebiet der Budapester verwendet. Am Ufer sah man immer wieder Leute beim Baden, Fischen, Paddeln und Kanufahren. Nachdem wir den südlichen Spitz der Insel hinter uns gelassen hatten, sahen wir schon die erste von neun Brücken, die in der Stadt Budapest beide Ufer miteinander verbinden. Die Autobahnbrücke Arpad hid liegt am nördlichen Spitz der Margareten Insel auf.

Die 2,5 km lange Margareteninsel wurde ursprünglich Haseninsel genannt. Im Mittelalter gab es einige Klöster auf der Insel. Heute wird sie sehr gerne von Erholungssuchenden belagert. Beliebt sind nicht nur die Bäder hier auf der Insel, sondern auch die vielen Thermalbäder, die man in der Stadt findet. Der 57 m hohe Wasserturm überragt den Blumengarten mit dem besonders schönen Rosengarten. Am Südspitz der Insel verbindet die Margaretenbrücke, die in der Mitte einen Knick hat, beide Ufer. Als wir unter dieser Brücke durchfuhren, konnten wir schon den ersten Blick auf das 268 m lange Gebäude des ungarischen Parlamentes werfen.

Parlamentsgebäude in Budapest

Parlamentsgebäude in Budapest

Als Vorbild für das von Imre Steindl in den Jahren 1885 bis 1904 errichtete Gebäude im neogotischen Stil diente der Palace of Westminster in London. In der Mitte des Gebäudes befindet sich der 96 m hohe Kuppelsaal, in dem die Stephanskrone mit den ungarischen Reichsinsignien aufbewahrt wird. Links und rechts davon befinden sich die Sitzungssäle und Räume für repräsentative Zwecke, sowie weitere 700 Räume – darunter auch die Amts-zimmer des Präsidenten der Republik, des Ministerpräsidenten und der National-versammlung. Das Parlamentsgebäude ist das drittgrößte Regierungsgebäude der Welt.

Am Ende des Parlamentsgebäudes überquert die 400 Meter lange Kettenbrücke die Donau, die zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist. An beiden Enden bewachen je zwei Steinlöwen die Konstruktion. Für den heutigen Verkehr ist die Brücke fast schon zu schmal, aber die Einwohner der Stadt haben beschlossen, dass die zentrale Verbindung zwischen den Stadtteilen Buda und Pest vorrangig eine Sehenswürdigkeit von Budapest bleiben soll. Sie wird auch einige Male im Jahr gesperrt und zur Fußgängerbrücke. Besonders beliebt ist es hier Silvester zu verbringen. Wir fuhren mit dem Schiff unter der Brücke durch. Für mich ist es kaum vorstellbar, wie die kleinen Flugzeuge beim Redbull Air Race unter diese Brücke durchfliegen können.

Kettenbrücke Budapest

Kettenbrücke Budapest

Unter der Elisabethbrücke und der Freiheitsbrücke steuerten wir auf die Freiheitsstatue mit dem Palmenblatt auf dem Gellertberg zu. Darunter machten wir an der Anlegestelle Nummer 36 auf der Pester Seite gegen 14:00 Uhr fest. Es war sehr interessant, den Matrosen bei Anlegemanöver zuzusehen. Am Kai standen schon fünf Busse für uns bereit. Eineinhalb Stunden sollte die Rundfahrt durch die Stadt dauern. Unsere flotte ungarische Reiseleiterin erzählte uns, dass etwa 1,7 Millionen Menschen in Budapest leben würden. Im Felsmassiv des Gellertberges liegt die 1924 von Paulaner Mönchen nach dem Vorbild der Grotte von Lourdes erbaute Felsenkirche mit Klosteranlage. Der 235 m hohe Gellert Berg oder Ofenberg besitzt mehrere heiße Thermalquellen, die für die Speisung von Heilbädern verwendet werden.

Neben der größten jüdischen Synagoge Ungarns ist das Tickethäuschen, wo der Fahrer eine Karte für die Auf- und Durchfahrt durch das Budapester Burgviertel kaufte. Beim Auffahren auf den Budaer Hügel, auf dem das Burgviertel liegt, hatten wir einen wunderbaren Blick auf das an der Donau liegende Parlamentsgebäude. Eigentlich weiß man beim Befahren dieser sogenannten „Bergstraße“ gar nicht, auf welche Seite man zuerst schauen sollte. Von hier aus kann man nämlich so viele Sehenswürdigkeiten erblicken. Der Budaer Burgpalast gehört zu den größten Gebäuden Europas. Er kann auch mit einer Standseilbahn von der Kettenbrücke aus erreicht werden. Zweimal wurde der imposante Gebäudekomplex zerstört – ein Mal von den Osmanen und 1944 als sowjetische Truppen die Stadt belagerten. Nach der Wende 1990 wurde jedoch mit der vollständigen Restauration des Viertels begonnen.

Neben der Burg liegt ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Das bunte Dach der Matthiaskirche ist von weitem sichtbar. Angrenzend liegt die Fischerbastei mit ihren verspielten Türmchen, die sich in der modernen Fassade des Hilton Hotels spiegeln. Leider konnten wir mit der für den Bus gekauften Karte nicht halten. Wir hatten dafür auch nicht so viel Zeit, denn wir wollten auch noch die Sehenswürdigkeiten auf der Pester Seite besichtigen.

Matthias Kirche, Fischerbastei und Hilton Hotel

Matthias Kirche, Fischerbastei und Hilton Hotel

Über die Elisabeth Brücke, genannt nach Kaiserin Sissy, gelangten wir ans andere Ufer der Donau. Viel Betrieb herrschte in der Markthalle. Vom Burgberg aus hatten wir schon einen Blick auf den Stefansdom geworfen. Beim Vorbeifahren konnten wir aber erst seine Größe richtig erfassen. Es ist immer ein Erlebnis, wenn man über die breite Andrassy Straße auf die 36 m hohe Siegessäule des Heldenplatzes zufährt. Das sogenannte Millenniumsdenkmal besteht aus hohen Kolonaden und vielen Statuen. Gesäumt wird der Platz von der städtischen Kunsthalle auf der einen Seite und dem Museum der feinen Künste auf der anderen Seite. Auf der Rückseite des Platzes beginnen das Stadtwäldchen mit dem Varosligeti See, auf dem im Winter eisgelaufen wird und der Budapester Zoo.

Heldenplatz, Budapest

Heldenplatz, Budapest

Das Opernhaus, das im Botschafts- und Villenviertel der Stadt liegt, ähnelt sehr dem Gebäude der Wiener Staatsoper. Vorbei am Stefansdom gelangten wir wieder an das Ufer der Donau zurück. Vor dem Hotel Intercontinental endete unsere Stadtrundfahrt mit dem Bus. Wir hatten jedoch schon am Schiff eine Fahrkarte für eine spätere Rückfahrt zum Schiffsanleger gekauft. So würden wir die Möglichkeit haben, noch auf eigene Faust die Stadt etwas zu erkunden. Da es sehr heiß war, beschloss Mutti gleich mit dem Bus zum Schiff zu fahren. Gusti, Peter und ich bummelten noch etwas durch die Fußgängerzone, wo auch die Haupteinkaufsstraße lag. Einige Ansichtskarten, Briefmarken und Zigaretten mussten auch noch besorgt werden, bevor wir in einem Kaffee platznahmen. Auf jeden Fall musste eine der berühmten „Gundelpalatschinken“ ausprobiert werden.

Gundelpalatschinke

Gundelpalatschinke

Wir begaben uns dann wieder zum Hotel Intercontinental, wo der Bus zur Rückfahrt zum Schiffsanleger auf uns wartete. Mutti hatte schon in der Panoramabar ein Plätzchen für uns reserviert. Peter entschloss sich, ein kleines Nickerchen in der Kabine zu machen und wir drei Damen genossen einfach die Aussicht auf die „Perle der Donau“. Vor dem 4-Gang-Abendessen genehmigten wir uns noch einen Aperitif. Nach dem Essen begaben wir uns sofort wieder in die Bar, weil man von dort aus einfach die beste Aussicht hat.

Um 22:00 Uhr hieß es Leinen los, nicht aber vorher noch einen ausgiebigen Blick auf die beleuchtete Stadt während einer Schleifenfahrt zu nehmen. Es war sehr erstaunlich, wie viele Schiffe auf der Donau unterwegs waren – vom Ausflugsdampfer über Dinnercruiseboote bis zu den großen Flusskreuzfahrtsschiffen. Beim Ablegen verabschiedeten wir uns vom Engel am Gellert Berg mit der darunter liegenden Technischen Universität.

Technische Universität Budapest mit dem Gellertberg

Technische Universität Budapest mit dem Gellertberg

Danach unterfuhren wir wieder alle Brücken. Die Ungarn lassen sich die Beleuchtung ihrer Hauptstadt was kosten. Besonders schön beleuchtet sind die Gebäude am Burgberg. Man weiß zeitenweise wirklich nicht, auf welche Seite man den Kopf wenden soll. Aber der Blick vom Sonnendeck des Schiffes aus biete auf jede Seite freie Sicht.

Budapester Burg, Matthiaskirche, Fischerbastei

Budapester Burg, Matthiaskirche, Fischerbastei

Am schönsten erleuchtet ist natürlich das Parlamentsgebäude. Als wir daran vorbeikamen, wusste ich, dass wir die Stadt schon wieder hinter uns gelassen hatten. Für mich ist Budapest, die schönste Stadt an der Donau. Fast alle wichtigen Sehenswürdigkeiten liegen links und rechts des Flusses. Budapest ist auf jeden Fall einen Besuch wert – ob bei Tag oder bei Nacht. Wir genossen noch etwas die Musik des Pianospielers an der Bar während sich das Schiff auf unser nächstes Ziel Komaron zusteuerte.

Budapester Parlament bei Nacht

Budapester Parlament bei Nacht

Posted by fegoesrhein 16:49 Archived in Hungary

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