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Und noch ein Wort zur Reise

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Die Flusskreuzfahrt von Amsterdam nach Wien war eine der abwechslungsreichsten Flusskreuzfahrten, die ich bis jetzt gemacht habe. Viele der schönsten Städte Deutschlands liegen an den Ufern der befahrenen Flüsse. Da wir auf unserer Reise 76 Schleusen durchfahren haben, wurde dem nautischen Personal und auch uns nie langweilig. Auch war es ein Spektakel unter die vielen niedrigen Brücken hindurchzufahren. Einziges Manko dabei war natürlich, dass das Sonnendeck trotz Schönwetters die meiste Zeit abgebaut war. Da es auch sonst kein Promenadendeck oder Fitnessraum gab, herrschte an Bord akuter Bewegungsmangel. Dieser fehlte uns vor allem nach den ausgiebigen Mahlzeiten.

Zweites Manko war, dass die Kreuzfahrtleitung über die Sehenswürdigkeiten, die an den Flüssen lagen, nicht, nicht rechtzeitig oder falsche Auskünfte gab. Von unseren anderen Flusskreuzfahrten sind wir anderes gewöhnt. Auch bei der Ausschiffung bei den diversen Landgängen herrschte meist Chaos, das sich mit Fortdauer der Reise noch verstärkte. Besonders an der Rezeption waren alle Bediensteten sehr höflich und hilfsbereit und man konnte sich mit ihnen gut auf Deutsch verständigen. Auch das sonstige Personal kann man nur mit Lob erwähnen – bis auf die Küche. Die haben natürlich wieder viel zu gut gekocht und wir reichlich zugelangt, was mit Gewichtszunahme verbunden war.

Das Schiff selbst war sehr gepflegt. Die Kabine war relativ groß und man hatte vor allem auch genügend Stauraum. Was uns aber am meisten überraschte, war das großzügige Badezimmer. Die Dusche war übergroß und durch eine Duschwand vom restlichen Badezimmer getrennt. So gab es keine Überschwemmungen und keinen am Körper festklebenden Duschvorhang. Ebenso überraschte uns die Größe der Panorama Bar. Hier fand wirklich jeder Passagier bei diversen Veranstaltungen einen Sitzplatz, was auf anderen Schiffen nicht immer möglich ist. Allerdings waren die Sessel in unserem „Krähennest“ viel zu bequem. Deshalb mussten wir auf dieser Reise viel Zeit in der Bar mit der herrlichsten Aussicht verbringen. Auch die Preise der Getränke, die dort serviert wurden, war nicht übertrieben hoch. Das System mit der Getränkescheckkarte fand ich angenehm. Die Bordrechnung konnte man am Ende der Reise mit Kreditkarte bezahlen.

Da die Höchstkapazität der MS Nestroy 220 Passagiere beträgt, kennt man mit der Zeit fast alle Gesichter. Im Speisesaal gab es Vierer und Sechser Tische mit angenehmer Bestuhlung. Wir hatten großes Glück, unseren Tisch mit sehr netten Tischnachbarn zu teilen, was natürlich auch zum Gelingen der Reise beitrug.

Am meisten freut es mich aber, dass ich die Reise mit meiner 82-jährigen Mutter unternehmen konnte. Wir haben alle Ausflüge mit ihr mitgemacht und vor allem die Städte mit den schönen Fachwerkbauten und prunkvoll ausgestatteten Kirchen genossen. Ich danke ihr sehr für die wunderschönen, gemeinsamen Erinnerungen die wir gesammelt haben. Das ist ein Geschenk, das uns keiner mehr nehmen kann. Und nachdem sie zu Hause so begeistert allen von unserer Reise erzählt hat, muss ich annehmen, dass es auch ihr gut gefallen hat.
Ich glaube, sie ist auf den Geschmack gekommen. Deshalb drohe ich ihr jetzt schon: „Das war nicht unsere letzte gemeinsame Flusskreuzfahrt“!

Posted by fegoesrhein 05:55 Archived in Austria

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