A Travellerspoint blog

Tag 12

Hafen unter der Brücke - Wien Nussdorf

sunny 22 °C

Am letzten Tag unserer Flusskreuzfahrt klingelte unser Wecker früh. Gut, dass wir gestern schon fast alles in die Koffer gepackt hatten. Meinen hatte ich schon mit dem Koffergurt versehen. Meinen Pyjama und mein Waschzeug würde ich noch im Rucksack unterbringen. Mehr lag nicht mehr herum als unsere Jacken. Um 07:00 Uhr mussten die Koffer schon vor der Kabinentür zur Abholung bereitgestellt werden. So gingen wir auch schon früh zum Frühstück. Danach hatten wir ja noch die Möglichkeit, dem Schiff beim Ansteuern auf Wien zuzusehen. Das Sonnendeck war geöffnet.

Ich war neugierig, ob Wien vom Wasser aus auf dieser Seite schöner war. Denn unsere Anreise vom Osten her kommend, war eher nichtssagend und darüber hatte ich dem Bürgermeister der Stadt Wien, Herrn Häuptl, ausführlich in einem Mail berichtet und sogar von seinem Sekretariat Antwort erhalten. Die Verbesserungsmaßnahmen würden dauern, aber man wisse, dass die Schiffsanleger in Wien nicht sehr einladend seien. Wenigsten war der Himmel blau. Als ich die Kirche des Stiftes Klosterneuburg sah, wusste ich, dass der Schiffsanleger Nußdorf nicht mehr weit entfernt sein konnte, denn von dort aus sah man genau auf die Klosteranlage zurück. Kleine Weingärten bewuchsen die Hänge des 425 m hohen Leopoldsberges, der der nordöstlichste Ausläufer des Wienerwaldes ist. Immerhin liegen 678,3 Hektar Weingärten innerhalb der Stadtgrenzen und machen somit Wien zur Wein-Hauptstadt.

Weingärten am Leopoldsberg

Weingärten am Leopoldsberg

Am Kai herrschte schon reges Treiben. Ein Ausflugsboot lag noch vor Anker, das an diesem schönen Samstag darauf wartete, all seine Sitzplätze zu füllen, bevor es endlich ablegen und uns Platz machen würde. Dann war es endlich soweit. Unser Schiff konnten am Anleger festgemacht werden. Wir lagen wieder unter der Autobahnbrücke, jedoch mit dem Unterschied, dass wir heute nicht unter der Brücke übernachten würden.

Schiffsanleger Nußdorf unter der Autobahnbrücke

Schiffsanleger Nußdorf unter der Autobahnbrücke

Die Zeit des Abschiednehmens war gekommen. Nochmals mussten wir Stefi und Joschi in die Arme nehmen. Unsere Tischnachbarn hatten wir richtig liebgewonnen. Ihre Familie stand schon am Kai, um sie abzuholen. Da wir hofften, dass unser Taxi bald vorfahren würde, begaben wir uns zur Rezeption. Die Koffer standen noch immer vor den Kabinentüren. Jetzt erst begann die gesamte Mannschaft die Koffer von allen Richtungen her zum Ausgang zu bringen. Bevor nicht alle Koffer am Kai standen, wurde das Schiff nicht freigegeben. Dennoch schafften wir es als einer der Ersten das Schiff zu verlassen. Viel Zeit blieb uns nämlich nicht, bis zur Abfahrt unseres Zuges.

Abschied von Stefi und Joschi

Abschied von Stefi und Joschi

Es dürfen nämlich auf ein Mal nur zwei Taxis vor das Schiff vorfahren, denn es gab nicht viel Platz. Deshalb wurden viele Taxis schon beim Donau Fritzi abgefangen. Da fast alle Passagiere schon weg waren, versuchte ich nochmals Lila zu erreichen, dass sie Nachschau hielt, wo unser Taxi blieb. Es ging aber den anderen, die ein Taxi hierhin bestellt hatten, nicht besser. Eines wusste ich ganz genau: Wenn ich wieder einmal von Nußdorf abfahren oder ankommen sollte und das Wetter schön wäre, dann gibt es nur eines – ein zehnminütiger Fußmarsch zur Straßenbahnhaltestelle Nußdorf-Bahnhof und von dort aus mit der Linie D zum Hauptbahnhof. Das war sicher nervensparender.

Aber schließlich konnten auch wir ein Taxi ergattern. Ich sagte dem jungen Mann, dass ich zum Bahnhof Wien-Meidling wollte, da der laut Router näher lag und die Zugsabfahrt von dort etwas später wäre. So fuhren wir mit dem ständig Blödsinn redenden Mann aus dem Morgenland durch die Wiener Innenstadt. Auf einmal sah ich das Schloss Belvedere und da wusste ich, dass wir in der Nähe des Hauptbahnhofes waren. Ich sagte den Fahrer, dass wir gleich am Hauptbahnhof aussteigen würden und dass er nicht mehr zum Bahnhof-Meidling fahren müsste. Entweder hat er mich falsch verstanden oder er hatte sowieso eine längere Strecke genommen. So endete unsere Fahrt nach 23 Minuten vor dem neuen Wiener Hauptbahnhof, wo unsere Reise in Wien auch begonnen hatte.

Schnell kauften wir uns in der Bäckerei noch etwas zu Essen und zum Trinken, bevor wir Richtung Bahnsteig gingen. Wir fahren mit dem Zug nach Kärnten, denn auf Wasserwegen schaffen wir es nicht. Dreieinhalb Stunden trennten uns noch von St. Veit, wo uns Kathrin abholen würde. Auf den Bergen rund um den Semmering lag noch Schnee, die Überreste des Kälteeinbruchs während unserer Abwesenheit. In Kärnten wurden wir von einem blauen Himmel und einem blauen Auto empfangen. Kathrin brachte uns nach Hause. Es war natürlich wie immer schön, so nett begrüßt zu werden.

Posted by fegoesrhein 16:32 Archived in Germany

Table of contents